Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Isaak Halevis Zitate
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 577 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Isaak Halevis Zitate. 577 »Mit Mistkarren voll Schimpfwörtern »Hast du mich beschmissen wacker. Das ist nicht grade nach jedermanns Geschmaek, aber das Streben nach Wahrheit entschuldigt manches. Aber sehen wir einmal, wie Halevi seine Angriffe begründet Im dritten Bande seiner Geschichte der Juden iS. 122) hatte Graetz eine Hypothese aufgestellt, über die man ver* schiedener Meinung sein kann. Er hatte nämlich behauptet, daß die verwitwete Königin Salome, die den Alexander Jannäus auf den Thron erhob, nicht identisch sei mit seiner Gemahlin Salome, daß es sich vielmehr um zwei verschiedene Personen handle, die eine Salome wäre die Gemahlin des juda Aristobul gewesen und hätte nach dem Tode ihres Gatten ihren Schwager auf den Thron gesetzt, die andere Salome sei damals bereits mit Alexander verheiratet gewesen. Einen wichtigen Beweis dafür bringt er in einer Note dort: »Denn bei Alexanders Regierungsantritt 105 war er bereits mit Salome Alexandra verheiratet und hatte bereits von ihr den ältesten Sohn Hyrkan, geb. um 110.« Was tut nun Halevi gegenüber Graetz, der »nicht geforscht hat in der Geschichte Israels, es sich zum Gesetz gemacht hat, alles umgekehrt wie die Quellen zu schreiben und sich die Geschichte aus seinem Herzen zu ersinnen« (S. 458)? Er übergeht die Anmerkung und den darin enthaltenen Beweis mit Stillschweigen, und nun kann er gegen Graetz und dessen übrige Ausführungen so gut polemisieren. Wie schön ist es doch, wenn man nicht gut sehen kann und bisweilen ein Zitat oder so eine kleingedruckte Anmerkung übersieht! So ungenau es Halevi mit den Zitaten nimmt, so genau nimmt er es mit den Worten anderer. In seinen Darke ha-Mischna (S. 34) hatte Frankel den Ausdruck gebraucht, daß eine Geschichte, die der palästinensische Talmud von Jehuda b. Tabbai erzählt, buchstäblich in der babylonischen Gemara von josua b. Perachja berichtet Monatsschrift, 56. Jahrgang. 37