Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Isaak Halevis Zitate
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 576 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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576־ Isaak Halevis Zitate. Stellungen wimmeln. Halevi verarbeitet seinen eigenen Kom- ■mentar zum Josephus sofort in den Text. Bisweilen ist er noch schüchtern und setzt seine Zusätze in Klammern. Wenn z. B. josephus sagt, daß den Priestern die Zehnten gehörten (Ant. XX, 8, 8. § 181) und diese, in der Revolutlonszeit ihrer Einnahmen beraubt, Hungers starben (XX, 9, 2. § 207), so setzt Halevi beide Male zu den Priestern die Leviten hinzu, aber wenigstens noch in Klammern. Dagegen macht er ohne viele Umstände aus denen, die :»rechtlich« waren und »es mit den Gesetzen genau nahmen« (§ 201), die »Häupter des Volkes«. Aus einem Ananias, der »mit jedem Tage mehr an Ansehn zunahm und der Beliebtheit und Ehre seitens der Bürger offenbar für wert erachtet wurde« (§ 205), macht Halevi einen Anan, einen ganz anderen Herrn, der »sich stark -machte und immer höher stieg bei s e i n e n P a r t e i g enoss e n, die ihn umgaben«. Auf solche Weise kommt das Zerrbild zustande, das Halevi von den Sadduzäern entwirft. Der sadduzäische König Alexander Jannäus wurde nach dem Bericht des Josephus (Ant. XIII, 12, 1. § 820) von der verwitweten Königin Salome auf den Thron erhoben, weil er seine Brüder übertraf »an Alter und Beobachtung des rechten Masses (!/.stpwttitk)־. Halevis Feder sträubte sich, als es sich darum handelte, den sadduzäischen Tyrannen zu loben. Zweimal übersetzt er die Stelle des Josephus (S. 458 u. 459): »Sie setzte ihn zum König ein, weil er der älteste unter den übrigen Brüdern war.« Punkt. Der Rest ist Schweigen. Ich vermisse bei Halevi die y.s׳rpwT•׳];, die Rechtlichkeit. Wir wollen mit Halevi nicht deswegen rechten, daß er die größten jüdischen Gelehrten Deutschlands nach der Methode des Frater Jose behandelt, die Heine nicht fein, -aber drastisch charakterisiert: »Um für deine Saat zu düngen »Meines Geistes dürren Acker,