Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Isaak Halevis Zitate
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 568 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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568 Isaak Halevis Zitate. existierten, sondern diejenigen Stellen, die irgendwie der! Ansichten des Autors widersprechen, sind entweder ganz oder teilweise unterdrückt oder absichtlich falsch übersetzt. Ob man in einer Urkunde eine Zahl hinzusetzt oder fortradiert, ist für den Begriff der Fälschung dasselbe. Es werden daher im Folgenden auch diejenigen Zitate, die nicht etwa übersehen, sondern absichtlich verschwiegen sind, angeführt werden. Auf die mannichfaltigen methodologischen Fehler, Irrtümer und Fehlschlüsse kann in diesem Zusammenhänge nur gelegentlich hingedeutet werden. Meine eigenen Zitate aus Josephus entnehme ich der griechischen Ausgabe Nieses. Halevi hat anscheinend überhaupt keinen griechisehen Text, sondern nur Übersetzungen (von Clementz) vor sich gehabt, deren unwesentliche Übersetzungsfehler sich bei ihm potenzierten. Ich bemerke noch, daß ich im vorliegenden Fall gezwungen bin, auf Kosten der deutsehen Sprache die Zitate bisweilen wörtlich zu übersetzen. Gleich das erste, das Halevi in diesem Abschnitt bringt, kann als Musterbeispiel für seine Methode gelten. Im jüdischen Krieg (II, 8, 14. § 162 ff.) gibt Josephus eine Charakteristik der Pharisäer und Sadduzäer, Halevi führt die Stelle S. 362 in Anführungsstrichen an. Daß er dabei die Pharisäer* die nach Josephus Erklärer der Gesetze sind, zu Tora-Kennern njacht, daß die Pharisäer nicht an die Mitwirkung des Schicksals beim Tun der Menschen glauben, sondern lieber die Hand Gottes in allem sehen, mag mit einigen anderen Ungenauigkeiten noch hingehen.. Josephus sagt jedoch weiter: »Zwar sei« — nach Ansicht der Pharisäer — »jede Seele unvergänglich, aber nur die der Outen gehe in einen anderen Körper über, die der Schlechten werde mit ewiger Strafe gestraft«. Mit klaren Worten schreibt Josephus also den Pharisäern den Glauben an die Seelenwanderung und an die ewige Bestrafung der Verdammten zu. Ob er damit recht hat, ist eine Frage für sich. Wie aber übersetzt Halevi das unbequeme Zitat?