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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 5 · p. Seite 547

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 5
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1912-01-01
Page
Seite 547 (sequence 2)
Language
German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 547 eingestellt haben (יתקדם), oder sie muß erst, nachdem der Posaunenschall zu Ende ist, erscheinen (יתאחר), so daß die Leute den Dienst nicht stören; denn es ist im Ganzen ein heiliger Dienst ״כולה עבודת1) קודש היא״ Was hier eingeschärft wird, ist das Verlangen, daß die Leute zur Verrichtung ihrer Gebete nicht während des Posaunenschalles erscheinen und dadurch die Priester in der Ausübung dieser Zeremonie stören; und es wird darauf hingewiesen, daß »der ganze Dienst« im Heiligtum, d. h. einschließlich dieses Posaunenschalls, eine heilige Handlung ist und daher nicht gestört werden darf. Man begreift jetzt auch den Zusammenhang zwischen diesem Satz und dem vorhergehenden. Der Posaunenschail war das Signal für die השתחויה, so daß die Worte ובהרע חצוצרות den Satz וכל הבא אל בית אל להשתחות fortsetzen. Da nun ausgeschlossen ist, daß unser Verfasser für die Besucher des jerusaiemischen Tempels Verhaltungsmaßregeln gibt, so ist wohl anzunehmen, daß in den Gebethäusern dieser Sekte, oder wenigstens in dem zu Damaskus, die Posaunen von den Priestern am Ende gewisser Zeremonien geblasen wurden, worauf das Volk niederfiel und zu Gott betete. Daß die Posaunen beim Anfang des Gottesdienstes nicht mit absoluter Notwendigkeit einen Opferdienst voraussetzen, ergibt sich aus deren ehemaligem Gebrauch bei den Samaritanern als Signal zum Beten, auch nachdem diese den Opferdienst auf dem Gerizim eingestellt hatten. Ursprünglich versahen bei den Samaritanern die Posaunen denselben Dienst wie im jerusaiemischen Tempel, sie wurden am Ende des Opferdienstes gebraucht, um das Volk zum Gebet aufzufordern®). Mit dem Posaunenschall zur Einstellung der Arbeit am Sabbath Eingang — vgl. darüber weiter unten Abschnitt V ג) Von diesem Worte ist in Ms. nur das Taw erhalten,, vgi. S. z. St., der freilich שבת liest; für הוא am Ende des Satzes lies: היא, denn es bezieht sich auf .עכורה י) Vgl. Kirchheim כרפ־ שמרון, S. 20 oben. 35'

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