Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Siegfried Kapper als Ghettodichter
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 541 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
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Siegfried Kapper als Ghettodichter. 541 legen soll man dich, ein Glied neben dem andern und dein Kopf zwischen zwei Mühlstein’ zerreiben, was du für ein Geseere über Jisroel gebracht hast! Aweh! Aweh! Awrom du Schöpsenschinder, Isak du Blinder, Jakob mit dein’ Haufen Kinder, steht auf! Steht auf un verderbt dem Rosche seine bösen Ge» danken!« Esther läßt Mardochai beruhigen und ihm sagen, sie werde sich beim Könige für die Juden verwenden. Sie geht auch wirklich sofort unangemeldet zum König und bittet ihn, er soll zu ihr zu einer Mahlzeit kommen und Prinz Haman mitbringen. Seitdem Esther beim König gewesen war, kann er nicht schlafen. Er läßt sich die Ursache der Schlaflosigkeit vom Schreiber aus der Chronika erklären und dieser erzählt, dem Könige hätten einst zwei Herren, Bigthan und Theres, nach dem Leben getrachtet, doch habe ihn der Jude Mardochai rechtzeitig von dem Anschläge verständigt und ihrn so das Leben gerettet. Auf des Königs Frage ob Mardochai dafür belohnt wurde, bekommt er vom Schreiber eine verneinende Antwort. Der König läßt um Haman schicken. Der ist aber schon da und meldet dem Könige, daß er am nächsten Tage den Juden Mardochai hängen lassen wolle. Aber das Schicksal wendet sich gegen ihn. Mardochai werden königliche Ehren erwiesen, und an den Galgen, der für Mardochai vorbereitet war, wird Haman gehängt. Vor der Hinrichtung bittet er alle Personen (Esther, den Schreiber und auch Mardochai), daß sie beim König für ihn bitten. Der König läßt sich aber nicht erweichen, und so muß sich Haman ins Unvermeidliche fügen: Haman: »Muß es sein, so soll es sein; das will ich aber noch sagen, Mit seinem Nächsten soll sich ein jeder vertragen, Es soll sich keiner übernehmen in Reichtum un Gut Un soll bedenken, der Mensch is nur Fleisch un Blut;