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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 5 · p. Seite 538

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 5
Article
Siegfried Kapper als Ghettodichter
Date
1912-01-01
Page
Seite 538 (sequence 26)
Language
German
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538 Siegfried Kapper als Ghettodichter. hochgeehrt im ganzen Land.«) und singen dann gemeinsam ein Lied. Nach ihnen tritt der Schreiber, von Haman gerufen, auf und stellt sich wieder ähnlich wie die Vorigen den Zuhörern vor. Auf die Frage, was Haman von ihm begehre, sagt dieser: Haman. »Die Jüden kann ich nit leiden! Und wenn ich sollt wissen mein Künigs sein Land drum zu meiden, So will ich die Juden allemiteinand Ausrotten aus des Künigs sein Land!« Der Schreiber. »Haman, Haman! Ne mm dich in Acht! Es ist eine alte Red’, daß über dem Volk Gott Selbsten wacht! Denn es steht geschrieben, Der Schomer Israels is er ewig geblieben!« Nun singen Haman und der Schreiber den König herein. Dieser erscheint, stellt sich ebenfalls vor (»Der König Ahasverus bin sch genannt, Hundertsiebenundzwanzig Länder hab’ ich unter meiner Hand«) und erzählt, er habe einst eine Mahlzeit gegeben »für Jüden und Christen, für arme und reiche Leut«. "Als er viel Wein getrunken hatte, habe er befohlen, daß die Königin Waschti nackt vor ihm und seinen Gästen erscheine. Da sie sich weigerte, das zu tun, habe er sie enthaupten lassen. Er gebietet Haman, daß er sich nach einer anderen Frau für ihn umsehe. Haman und der Schreiber stellen sich in eine Ecke, und der Schreiber ruft aus: »Wer dem König eine schöne Jungfer brengen tut, Der soll werin belohnt mit Reichtum und Ehr’n,« Es tritt Mardochai auf, der sich sogleich als Hanswurst präsentiert, indem er über den Schreiber stolpert. Auch er stellt sich vor: >Ich bin ein kleines Jüdelein Und bab’ einen großen Dalles

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