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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 5 · p. Seite 533

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 5
Article
Siegfried Kapper als Ghettodichter
Date
1912-01-01
Page
Seite 533 (sequence 21)
Language
German
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Siegfried Kapper als Ghettodichter 533 dem alten Friedhofe. Dort traf er die Gestalt des ersten Totengräbers dieses Friedhofes, der, wenn auch über 1000 Jahre tot, dennoch nicht aufhörte, der Wächter dieser Stätte zu sein. Er verriet dem Jehuda, wo auch dessen Grab einst sein werde. Als dieser zu dem angezeigten Orte kam, schien es ihm, als steige aus der Erde ein Stein, darauf geschrieben stand: »Hier ruht Jehuda, der Sohn Naphtalis, Der mehr sein wollte als Moses, Und den Gottes Hand zurückgeführt Durch das künftige Leben zum gegenwärtigen.« Als Jehuda hinzutrat, wankte auch schon der Grabstein, die Erde wich unter Jehudas Füßen, verschlang ihn und verschloß sich nicht wieder. Und so steht das Grab seit jenem Sabbat offen. Jenseits des Grabes wanderte Jehuda durch Städte und Länder. Nach 50 Jahren gerade am Freitag Abend vor dem 9. Ab kehrte er zurück in die Stadt Prag. Während des Gespräches erkannte der Orach, Rabbi Jehuda, in Rabbi Wolf, der als Knabe Baruch geheißen hatte, seinen Sohn. Ferner kommt noch die in Libussa 1845 erschienene »Genenda« in Betracht: Baruch Chassan, ein von Gott begnadeter Sänger und Geiger, ergötzte während der Woche die Edelherren auf ihren Burgen und die Bürger bei Märkten, am Freitagabend aber und am Sabbat sowie an Festtagen stand er vor der Bundeslade als Vorbeter der Gemeinde. Wenn er von seinen Wanderungen oder aus dem Tempel nach Hause zurückkehrte, empfing ihn seine Tochter Ge* nenda, die einzige, die ihm von allen seinen Lieben übrig geblieben war. Einst erschien am Sabbat nach Purim in Baruchs Hause ein fremder Jüngling, der sich David nannte, und vorgab, der Sohn eines früher reichen aber vollständig verarmten Kaufmannes zu sein. Er bat Rabbi Baruch, ihn zu einem Chassan heranzubilden. Rabbi Baruch nahm den Fremdling als jünger auf und dieser versprach, am Vor,.

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