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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 5 · p. Seite 528

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 5
Article
Siegfried Kapper als Ghettodichter
Date
1912-01-01
Page
Seite 528 (sequence 16)
Language
German
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528 Siegfried Kapper als Qhettodichter. Lade des Bundes, bis so viel erspart wäre, daß man eine Stätte für die Beter Israels erbauen könnte. Vor seinem Tode übertrug er sein Gelübde auf seinen Sohn, und dieser tat, wie sein Vater getan, und so tat Sohn um Sohn wohl 200 Jahre lang. Der letzte Sprosse jenes Mannes — er hieß Esra — hatte, als er 100 Jahre alt geworden war, bejnahe so viel, daß er hoffen durfte, am Chanuckafeste des nächsten Jahres das Gelöbnis seines Ahnen erfüllen zu können. Esra befand sich auf einer Geschäftsreise durch die Wüste. Da näherte sich ihm ein Fremdling, Namens Perez, der ihm erzählte, er sei aus Spanien vertrieben worden, weil er einem fremden Gotte nicht habe dienen wollen. Er sei ein Meister in der Kunst des Baues und habe Jahre lang darüber gesonnen, wie der Tempel Salomos gebaut gewesen sein möge. Endlich habe er den Grundriß gefunden und sich vorgenommen, in Israel einen Tempel zu erbauen gleich jenem, den Salomo in Jerusalem erbaut hatte. Das habe der König erfahren und ihm aufgetragen, einen Tempel für die Gläubigen der Christenheit zu bauen. Er habe sich trotz der größten Versprechungen und, als diese nichts halfen, der größten Drohungen, geweigert, den Christentempel zu bauen. Er habe aber fliehen müssen und nichts mit sich nehmen können als einige kostbare Edelsteine und — seinen Plan. Nun wandere er 40 Tage und 40 Nächte und wolle nicht früher ruhen, bis er ein Haus dem Herrn erbaut, das würdig sei, daß er darin wohne. Als ihm Esra seinen Plan verriet, eine Hütte zu bauen in dem Weinberge seiner Gemeinde, betrachtete es Perez als einen Fingerzeig Gottes, daß er Esra getroffen habe. Er ersah bald ein Tal und ließ Steine brechen, verkaufte seine Edelsteine und kaufte dafür Zedernholz;und Teppiche, bestellte in Damaskus bei kunstvollen Schmieden goldene Geräte und silberne Gefäße für den Dienst im Allerheiligsten. Esra konnte seinen ersparten

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