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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 5 · p. Seite 520

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 5
Article
Siegfried Kapper als Ghettodichter
Date
1912-01-01
Page
Seite 520 (sequence 8)
Language
German
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520 Siegfried Kapper als Ohettodichter. uns das eine oder andere Oeschichtchen zu erzählen, wunderliche Abenteuer, in denen Könige und arme Judlein einander im Walde begegneten, erst eine Strecke Arm in Arm miteinander gingen, dann unter einem Baume miteinander Gänsebraten schmausten und Branntwein tränken und schließlich entweder einander als Söhne und Väter erkannten oder einer dem andern seine Tochter zur Frau gaben.« Zwei Geschichten »Der reiche Knaus« und »Der seltsame Orach« erzählt Kapper, nach seinen eigenen Angaben, einem Bekannten nach, der sich hinter dem Helden seines späteren Romanes »Falk« verbirgt. Dieser ist ein junger Mann, den er in seiner Jugend anläßlich eines Besuches bei einer Verwandten in einem kleinen böhmischen Städtchen kennen gelernt, und dessen Gestalt er später in seinem gleichnamigen Romane gezeichnet hat. Kapper schrieb zunächst Sagen aus dem Ghetto. Im Prager Almanach »Libussa« 1845 veröffentlichte er die »Genenda«, ein Jahr darauf »Die versunkene Synagoge« und in der »Libussa« 1849 »Glimmende Kohlen«. Die beiden letzten Geschichten verwertet er in seinem Romane »Falk«. Dieser Ghettoroman ist eine Schilderung aus dem Innern des jüdischen Lebens, besonders des Familienlebens. Kapper zeichnet darin Genrebilder, wie wir sie von Kompert so zahlreich besitzen. Schönzweig, ein reicher Jude in einer kleinen böhmischen Stadt, erinnert uns an Komperts Reb Schmul Randar. Der Held dieses Romans, der Instruktor Falk, erzählt (Schönzweigs Kindern manche schöne Geschichte, unter anderem die 2 bereits erwähnten Ghettosagen (»D ieversunkene Synagoge«, die im Romane »Falk« die Überschrift »Die beiden Tempel,eineChanuckageschichte«trägt, und »Glimmende Kohlen«), ferner »Der seltsame Orach«, »Vom reichen Knaus« und die Geschichte vom alten Rabbi, der viele Generationen überlebte, im Talmud nach der

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