Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 503 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen. 503 Die zu diesen Elementen gehörigen Schlagwörter sind durch geeignete Siglen kenntlich gemacht. Die aus der Bibel stammenden Vokabeln erhielten gar kein Zeichen; sie tragen gewissermaßen ihren Adel und ihren Rechtstitel in sich selbst. Jedes Schlagwort wird erst hebräisch definiert, dann deutsch, französisch und englisch übersetzt; die Reihenfolge dieser Sprachen wird leider nicht immer innegehalten. Innerhalb des Artikels werden die Bedeutungsnuancen gehörig abgeteilt und abermals in die modernen Sprachen übersetzt. Mit der Anlage also und auch mit der Ausstattung des Werkes, können wir zufrieden sein; die nicht seltenen Druckfehler erwähnen wir weiter unten. Ein Werk, das sich als Wörterbuch der gesamten Hebraität bezeichnet, muß zunächst auf seine Vollständigkeit geprüft werden. Für die biblische und talmudische Zeit wäre die Kontrolle leicht, sie gestaltet sich aber schwierig und für den Nichtspezialisten geradezu unmöglich, wenn es sich um das Mittelalter und um die Neuzeit handelt. Referent ist dieser Aufgabe nicht gewachsen. Immerhin notiere ich, auf Grund meiner speziellen Studien, das Fehlen solcher in hebräischer Diktion ganz gebräuchlichen Wörter wie אצמגנין und p&1J3b (z. B. [בת גנוסי, s. Lehnwörter II, 180). Unter אם (S. 260 f.) fehlt אם in der Bedeutung »Schober« von Oliven und dgl. (s. Talm. Arch.. II, 220j; auch wird nicht angemerkt, daß gute Zeugen die LA אום bieten. Das Wörterbuch läßt uns im Stiche in Dingen, über die wir uns hätten gerne belehren lassen. So über אב בית דין (S. 9), wo sich nur talmudische Stellen finden, während doch אב״ד bis auf den heutigen Tag Titel geblieben ist. Da ist der Artikel!אלוף (S. 240) viel besser gelungen I Bezüglich הקדמה im Sinne von »Einleitung« oder »Vorwort« bekennt der Verfasser, daß er nicht wisse, wann und wo dieser Gebrauch desWortes aufgekommen esi (S. 1170b A. i); es wäre meines Erachtens jedenfalls zu sagen gewesen, daß der volle Ausdruck (vgl. תח דבר&) gelautet hat הקדמת מלין, vgl. den Beginn des aram. Pijjut [אקדמות מלי. — Das gleichfalls buchtechnische השגה (S. 1204b) scheint mir mit »Rezension« schlecht übersetzt zu sein; es ist eher refutatio »Widerlegung«, annotatip »Gegenbemerkung«. — Unter הקש (S. 1177) wäre zu bemerken gewesen, daß sich dieses methodologischen Mittels hauptsächlich die Karäer bedienen. Im Punkte der Zitate haben wir gegen den Verfasser schwere Ausstellungen px erheben. Abgesehen von den Fällen, in denen der Ver״ fasser, da ihm, wie er bekennt, die betreffenden Zettel verloren ge־< gangen, überhaupt keinen Beleg gibt (z. B^ אלוני S. 239, הרמה S. 1182b), müssen auch viele Zitate als völlig ungenügend bezeichnet werden.