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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 4 · p. Seite 485

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 4
Article
Die Grundlagen einer jüdischen Ethik
Date
1912-01-01
Page
Seite 485 (sequence 8)
Language
German
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Die Drundiageü einer j&disehen Ethik. 4S5 Bereits der Päaiälist kennt diese Wahrheit: »In Hinblick auf deine Widersacher hast dü, o Gott; auf dem Münde der Säuglinge und Kinder deine Macht begründet, um äeft rächeSüchtigen Feind (aus der Welt) zu beseitigen«1). Durch die richtige Erziehung der unschuldigen Kinder kann ein sittlicher Fortschritt eintreten, wodurch die Zahl der Bösen in der Gesellschaft äbnimnit; Deshalb wendet sich auch der PSälniiSt än die Kinder : »Kommt, ihr Kinder* höret auf mich* die Ehrfurcht vor Gott will ich euch lehren*2). Das uhschuldige Schulkind gilt im Judentühi als heilig. Gott selbst befaßt sich gleichsam täglich mit ihm : »Einige Stunden am Tage lehrt Gott die Schulkinder die Tora«3). Eine Art göttlicher Prophetie äußert sich durch das Schulkind. Daher pflegte man häufig das aus dem Schulhause kommende Kind nach dem Bibeiverse zu fragen, den es Heute gerade gelernt hatte, ln dem Inhalte eines solchen zufälligen Bibel- Verses erblickte man eine wichtige Vorbedeutung4). Solche Anschauungen zeugen von der höhen Bedeutung, die man auf die religiöse Ausbildung des Kindes legte. Der Midrasch berichtet, daß ein heidnischer Philbsoph, Oinömaös vöh Gädara, der üm 120 h. Ghr. gelebt hat, den Feinden Israels folgenden Rat erteilt hätte: »Wollt ihr die Juden vernichten, so zerstört ihre Schulen; solange die Schulkinder in den Lehren ihres Gottes unterwiesen werden, werdet ihr gegeh sie nichts auSrichteri«5). Ein weiser Rabbi spricht wehmütig die Überzeugung aus, daß Jerusalem nie hätte erobert werden können, wenn man in Jerusalem gehörig für den Jugendunterficht gesorgt hätte6). Denn, wird die Erziehung vernachlässigt, so wächst ein gottloses, sitteilverdefbtes 1i Ps. 8,3; 2u אויב ומתנקם vgl. jerem. 44, 30:.אויבו ומבקש נפשו ף Ps. 34, i2. 1־ Aboda sara 3b. Jälkut jes. 43. *') Chagiga 15. Qittiii 56 a. Chullin 95 b. Esth. rabba 3, 9. :1) Bereschit rabba c. 65. 6) Sabbat 119 b.

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