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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 4 · p. Seite 469

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Geschichte der partiellen Judentage in Polen um die Wende des XVII. u. XVIII. Jahrhunderts bis zur Auflösung des jüdischen Parlamentarismus (1764)
Date
1912-01-01
Page
Seite 469 (sequence 12)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte der partieilen Judentage in Polen, 469 der Kreisältesten der Provinzialverband, für die Kosten der Deputierten aber die beim Judentag von ihnen vertretenen Kahale aufzukommen hatten. Es sei hervorgehoben, daß ein partieller Judentag ganz bedeutende Summen an Kosten verschlungen hat So wurde beispielsweise den Kreisältesten und dem Kreismarschall an Diäten während der im Zeitraum vom Jahre 1746—1754 abgehaltenen partiellen Judentage der WoiewodschaftSendomir der enorme Betrag von 7150 poln. Gulden gezahlt. Der Kreismarschall bezog für seine Person jedesmal 600 poln. Gulden11). Die beiden Deputierten der Drohobyczer Gemeinde, die zum Judentag nach Radom (1758) gefahren waren, erhielten aus der Gemeindekasse 640 poln. Gulden1 2). Die Sendomirer Kreisältesten bekamen für die »Kon־ greßausgaben« je 100 poln. Gulden3). III. Die Tätigkeit der partiellen Jadentage läßt sich an der Hand des ermittelten Quellenmaterials nach vier Richtungen charakterisieren: a) die Wahl des Vorstandes des jüdischen Provinzialverbandes. b) die Regelung und Kontrolle der Finanzverwaltung des jüdischen Provinzialverbandes. c) die Wahl der Deputierten zum allgemeinen Judentage und die Stellungnahme zu dessen Tagesordnung. 1j Ossolinskische Handschrift, Nr. 303 a. a. O. Art. 2. 2) Pinkas der Gemeinde Drohobycz (nicht paginiert). 3) Ossolinskische Handschrift a. a. O. Art. 2. Wenn wir einerseits die während der Zeit von 1746—1754 an »Kongreßkosten« des Sandomirer Provinzvorstandes verausgabten 7150 poln. Guid. in Betracht ziehen und andererseits erwägen, daß jeder Judentag mit etwa 1000 poln. Gulden das Budget des Provinzialverbandes belastet hat (Kreismarschall 600 poln. Guid., 3—4 Kreisälteste 3—400 poln. Guld.), so erhellt, daß in dieser Zeit 7 Judentage der Woiewodschaft Sendomir abgehalten wurdet!. Davon sind uns nur drei bekannt: der Judentag in Opatow, der in Dobrowa und schließlich der in Stopnica.

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