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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 4 · p. Seite 436

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 4
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1912-01-01
Page
Seite 436 (sequence 20)
Language
German
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436 Eine unbekannte jüdische Sekte. zuschreiben, so verschwänden noch nicht alle Schwierigkeiten. Denn noch immer bliebe die Frage unbeantwortet: wie kann eine rituelle Unreinheit wie die, welche durch die Berührung eines Nichtjuden verursacht ist, durch Abreiben mit Weihrauch (1שופם בלבונה entfernt werden, da die Bibel, wie die ganze nachbiblische Literatur, nur Wasser2 *) als ein Reinigungsmittel kennt, aber nicht Abreibungen mit Weihrauch8). Alle diese Schwierigkeiten verschwinden, wenn wir סאו־בים4) בגל für מובאים בגו lesen. »Beschmutzt mit Köt« ist es gerade, was wir nach בגרים צואים »unreine Kleider« erwarten. In beiden Fällen handelt es sich nicht um rituelle Unreinheiten, sondern um tatsächlich beschmutzte Kleider, die man am Sabbat nicht anziehen soll, wenn man sie — natürlich vor Sabbat— nicht mit Wasser oder Weihrauch gereinigt hat und der Schmutz wie der schlechte Geruch entfernt ist. Graphisch stehen sich מ und ם sowie ו und ל so nahe, daß die Verschreibung von פאובים בגל in מובאים בגי sich leicht erklären läßt; die Vorschrift am Sabbat nur saubere Kleider zu tragen findet sich auch in der tannaitischen Literatur5). 11, 4: אל יתערב ♦ . . מרצונו. Am nächsten liegt wohl יתרעב für יתערב zu lesen, entsprechend dem mischnischen (6 *הרעיב עצמו »sich selbst hungern lassen«, während רעב hungrig sein be- *) So ist für שלפים zu lesen; er reibt sie, nämlich die Kleider ab. 2) Höchstens käme noch Feuer in Betracht — Nam. 31, 23 — jedoch handelt es sich dort hauptsächlich darum, den Inhalt der Gefäße zu entleeren, wenigstens faßt die Halachah es so auf. Vgl. Aboda sara 76 a und Jerusch. Ende dieses Traktates. 8) Als Parallele zu dieser Art Reinigung könnte man höchstens auf Herodot I, 198, sich berufen, wo von den Babyloniern berichtet wird, daß sie nach geschlechtlichem Umgang durch Räucherwerk sich reinigen. 4) In der Mischnah מסואבים, in den Targumim aber ist der Kal gebraucht; vielleicht aber ist מסואבים zu lesen. 6) Vgl. z. B. Mechilta de R. Simon 107; Sifra zu 23, 35, ed. Weiß, 102 b u. a. m. O. 6) In einem Ausspruche R. Akibas, Sanhedrin 65 b.

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