Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Eine unbekannte jüdische Sekte
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 435 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 435 von S. vertretene Auffassung von מובאים בגו aussprachlichen wie sachlichen Gründen ganz unmöglich. Zunächst ist מובאים בכו »gebracht von einem Nichtjuden« nicht Hebräisch1), da es entweder מ׳ מן גוי oder dem mischnischen Sprachgebrauch gemäß ,על ידי ג heißen müßte. Auffällig ist auch das Fehlen des י in גד, wenn man berücksichtigt, daß dieser Buchstabe zur Wurzel gehört und demnach kaum ausgelassen werden könnte. Wichtiger noch als diese sprachlichen Einwände sind die sachlichen. In dem Abschnitte 10, 14 bis 11, 18 haben wir ein kurzes Kompendium der Sabbatgesetze2), und man ist erstaunt, unter diesen diese Vorschrift der Reinheitsgesetze zu finden. Allerdings scheint aus II Macc. XII, 38 hervorzugehen3), daß es Sitte war, für den Sabbat sich zu reinigen, während in den Werktagen nur diejenigen, welche den Tempel besuchen oder an heiligen Handlungen teilnehmen wollten, sich rein hielten4). Demnach wäre bei den Sabbatgesetzen diese Vorschrift sehr wohl am Platze. Aber wollte man auch diese Ansicht unserem Verfasser *) Eine solche Konstruktion erinnert an das arabische u.* ג jemanden etwas bringen, mit jemandem kommen«. 2) Wie weiter unten gezeigt werden wird, hat der Satz — 1!, 21 — וכל הבא nichts mit dem Sabbat zu tun, und eben so wenig das diesem vorhergehende אל ישלח, wonach also die Sabbatgesetze nur bis מלבד שב׳ gehen. 3) »Und da gerade der siebente Tag herankam, reinigten sie sich der Sitte gemäß und brachten daselbst den Sabbat zu.« Nach Sifre zu Lev. 11, 8 Rosch ha-Sch. 16b gilt für Nichtpriester die Pflicht zur Reinigung nur für die drei Wallfahrtfeste, vgl. jedoch Hadassi, Eschkol 56a, der aber von der Pflicht spricht, am Freitag für den Sabbat sich zu reinigen. 4> Natürlich ist dies nur das Minimum, während »die Auserwählten« ihr ganzes Leben in Reinheit zubrachten; sogar bezüglich der Priester behauptet Maimonides (Ochlin 16, 10), daß sie nur von Leichnamen sich fern halten müssen, aber nicht von anderen Unreinheiten. Seine Quelle ist wahrscheinlich Pesachim 113a פשוט נבילה.... כהנא; vgl. j edoch Sifra zu V, 3, wo ausdrücklich behauptet wird, daß Priester von allen Unreinheiten sich »fern halten müssen«. Pes. a. a. O. bedeutet כהנא nicht Priester, sondern ist Eigennamen* 28•