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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 4 · p. Seite 423

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 4
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1912-01-01
Page
Seite 423 (sequence 7)
Language
German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 423 חלה על המימ »und er — Anan — behauptete, daß Wasser nicht empfänglich ist für Unreinheit«. Harkavy hat merkwürdigerweise diese Behauptung Kirkisanis gründlich mißverstanden, und anstatt auf Anans Worte in seinem Gesetzbuche 48 oben und 49, 22 zu verweisen, zitiert er die Mischnah Jadajim IV, 7, wo die Behauptung sich findet, daß die Sadduzäer einen Bach in einem Friedhof für rein erklären. Dies, erklärt dann Harkavy, beruht auf der Lehre der Sadduzäer, die auch Anan akzeptiert, daß Wasser so wenig wie Erde unrein werden kann. Für einen, der auch nur oberflächlich mit der Halachah bekannt ist, braucht diese ganz falsche Auffassung nicht widerlegt zu werden. Darum sei hier nur in Kürze der richtige Sachverhalt angegeben. In der Mischna Jadajim sind es nicht allein die Sadduzäer, die behaupten, daß ein Bach auf einem Friedhof1) rein ist, sondern auch die Pharisäer, oder genauer gesagt: daß sogar die Sadduzäer, die sonst behaupten, daß, wenn Wasser von einem reinen Gefäße in ein unreines gegossen wird, auch das in dem reinen Gefäße zurückgebliebene verunreinigt wird, weil der Wasserstrahl die beiden Gefäße vereinigt, dennoch zugeben, daß ein Bach auf dem Friedhofe nicht verunreinigt wird, und zwar, weil Wasser so lange es noch im Flusse ist, כמחובר, nicht verunreinigt werden kann. Dieses Prinzip wird auch von den Pharisäern akzeptiert; sie gehen jedoch sogar weiter und behaupten, daß ein Wasserstrahl keine Verbindung zwischen Gefäßen herstellt. Aus dieser Mischnah ergibt sich -demnach, daß Anan und seine Anhänger, vgl. z. B. גן עדן 98 d und 126 אדרת אל׳ c, in dieser Frage sich noch vief weiter von der Ansicht der Sadduzäer als von der der 1j Vgl. R. Salamon Adeni in seinem Kommentar z. St., der geneigt ist anzunehmen, daß die Rede von einem Bache ist, der sich an einem, aber nicht auf einem Friedhofe befindet. Aber dieser Unterschied läßt sich vom Standpunkte der Halachah kaum rechtfertigen.

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