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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 4 · p. Seite 422

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 4
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1912-01-01
Page
Seite 422 (sequence 6)
Language
German
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422 Eine unbekannte jüdische Sekte. nicht durch die Berührung einer unreinen Person. Diese von der Mischnah Mikwaot I, 1, 2 vorgetragene Halachah ist es, die von unserem Verfasser an dieser Stelle gelehrt wird. Sie lautet: »Und die Zisterne, die nicht genügend Wasser erhält für ein Reinigungsbad, das von einem unreinen Gegenstand1) berührt worden ist, deren Wasser wird unrein durch das Wasser des — unreinen — Gegenstandes«, ln diesem Satze ist הטמא nicht, eine unreine Person, sondern, wie בלי am Anfang und הכלי am Ende des Satzes zeigen, ein unreiner Gegenstand. Die Unreinheit wird von unserem Verfasser so begründet, wie es die Mischnah tut, nämlich: das Wasser, das mit dem unreinen Gegenstand in Berührung kommt, wird durch denselben unrein und teilt die Unreinheit der ganzen Wassermenge mit. Dies gilt jedoch nur bei einer Zisterne, die nicht genügend Wasser für ein Tauchbad hat; andernfalls wird das Wasser, welches die Kraft der Reinigung besitzt, durch nichts verunreinigt, wie schon oben bemerkt worden ist. Eine solche Zisterne ist eben eine מקו ה und wird nie verunreinigt. S. liest כמימי und übersetzt »wie das Wasser in einem Gefäße«, aber dann würde man כמימי כלי und nicht הכלי erwarten, was nur nach unserer Auffassung berechtigt ist, da die Rede ist von dem Gefässe, welches die Unreinheit verursacht. Es sei zugleich bemerkt, daß die Ansicht unseres Verfassers, wonach unreines Wasser die Gefäße verunreinigt, mit der der Halachah übereinstimmt, die eine solche Unreinheit kennt, wenn auch nach mancher Ansicht nur als »rabbinisch«, vgl. Pesachim 16 a—17 b. Dagegen behauptet Anan in seinem Gesetzbuch 48, 49, daß nur Getränke, die von Menschenhand hergestellt werden, wie Wein, Bier u. dgl. m., für Unreinheit empfänglich sind, Wasser dagegen überhaupt nicht unrein wird. Auf diese Ansicht Anans verweist auch Kirkisani — a. a. O. 130 — mit den Worten : ואמר כי הטומאה אינה 1j Mikwaot I, 2 oder הלך בהן הטמא ■0ד,ור das. 4, vgl. die Begründung dieser Halachah Maimonides Ochlin XV, 1.

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