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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 4 · p. Seite 396

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 4
Article
Die Juden in der Marienlegende
Date
1912-01-01
Page
Seite 396 (sequence 12)
Language
German
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396 Die Juden in der MarieRlegende. es eigenartig aus, wenn im Luthertum sich die Verehrung der Bilder gelegentlich bis zu einem Kultus verdichtet. Gerade die Lutherreliquien sind es, an die sich solche Vorstellungen knüpfen. Sie vertreten hier die Stelle, die sonst die Heiligen-, insbesondere die Marienbilder einnehmen. Das Geburtshaus Luthers in Eisleben ist nach Christoph Schleupner im Jahre 1617, nach Pastor Biering 1601 und 1671wunderbar durch Gott vor der allgemeinen Feuersbrunst geschützt worden. Das Bild Martin Luthers schützte das Haus, in dem es gemalt war. Als aber im Jahre 1689 dennoch das Haus zugleich mit der ganzen Stadt in Flammen aufging, da blieb das Bild über der Türe unbeschädigt stehen. »Zum andern mahl begab sich eben dieses Wunder mit dem Bildniß Lutheri in Artern / einer Stadt zur Graffschafft Manßfeld gehörig.« Als dieses Städtchen 1634 völlig niederbrannte, wurde ein Bild Luthers, das 1630 zur Hundertjahrsfeierzu Dresden verfertigt und von Thomas Baumichius, Priester und Dekan zu Artern, an seine Türe geheftet war, nach dem Brande etliche Ellen tief in der Erda gefunden und »ohne die geringste Versehrung« aus der glühenden Asche gezogen, während sogar von der Türe, an der es geheftet gewesen war, nichts als Asche geblieben war. Schließlich wird von einem Brustbild Luthers aus Eisleben erzählt, daß ein katholischer Landsknecht, der dort in Quartier gelegen, als er des Bildes ansichtig wurde, gräulich fluchte und alsbald mit seiner Flinte danach schoß. Er hat aber nur den rechten Backen in etwas getroffen, während der übrige Teil unbeschädigt blieb. Nach allen solchen sichtbaren Wundern wird es schließlich dem Pastor Justus Schöpffer in Eisleben, der in seinem »Lutherus non combustus« diese Wunderzeichen an Luthers Bilde zusammenstellt, doch etwas fraglich, wieso denn Luthers Bild in Rom unrechtmäßigerweise hat verbrannt werden können. Aber das war ja »ein falsches und untergeschobenes Bild«. Wir sehen also, wie im strenggläubigen Luthertum, das sich

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