Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Juden in der Marienlegende
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 392 (sequence 8)
- Language
- German
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392 Die Juden in der Marienlegende. Bildnissen des Gekreuzigten, Mariae und der Heiligen zugefügt werden. Er folgt darin ganz der Beweisführung, wie sie in der Schrift von der »Entehrung und Schmach der Bildung Mariae« vorliegt. Er führt aus, daß Juden, die aus Gesundheitszwecken das Christenblut nicht nötig hätten, doch aus Haß die Christerimorde begingen. Er erzählt die folgenden Legenden, die Mißhandlung eines Christusbildes in Beirüt zur Zeit Kaiser Constantinus des Älteren, eines Kruzifixes zur Zeit des Papstes Pelagius im Jahre 587, desgleichen unter Kaiser Phokas aus dem Jahre 614, Kaiser Honorius und Theodosius hätten den Juden ihren Festesbrauch verboten, ein Kreuzesbild zur Schmach des Christliehen Glaubens zu verbrennen. Darauf folgt kurz die Geschichte aus dem Hennegau, wo der Jude verbrannt worden ist: Wie zü der zeit des grossen Karls ain Jud die bildnus Christi gestochen hat. Dann folgt die Geschichte aus Konstantinopel von dem durch einen Juden in den Brunnen gestürzten Bilde. Daran schließt Eck einen Ausfall gegen die gottlosen Christen und Spieler an, die auch Bilder blutig gestochen und geschlagen haben, endlich gegen die seellosen Christen, die zu Amuletten und Zauberei die an Wegscheiden stehenden Christusbilder zertrümmern und Teile an sich nehmen. »Darum bleiben die crucifix selten gantz die auf dem wegschaid stand.« Die Frage, ob und warum dann diese nicht auch bluten, kommt dem fanatischgläubigen und abergläubischen Dr. Eck natürlich überhaupt nicht bei. Die Feindseligkeit der Juden sei so groß, daß sie die Figur des Kreuzes nicht sehen mögen, und wo sie nur Holz oder Stroh kreuzweis liegen sähen, zerträten sie es mit den Füßen. Wenn sie im Felde an einem Kreuz vorübergehen, so lassen sie das Kreuz auf der linken Seite; wenn’s niemand sieht, bespeien sie es oder werfen mit Steinen und Kot danach, und freuen sich über die Bilderstürmer, die den Verdacht von ihnen ablenken. Sie schmähen die