Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Juden in der Marienlegende
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 388 (sequence 4)
- Language
- German
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- Beirut 2× ep/1047833
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>388 Die Juden in der Marienlegende. forschen nach, sehen die Blutspuren, folgen ihnen, entdecken das Bild in einem Winkel des Judenhauses, tragen es in die Kirche zurück und steinigen den Frevler1). Auch diese Legende kehrt immer wieder. Dieselbe Legende, nur wenig variiert, wird auch vom Marienbilde erzählt2). Nach dem Martyrologium Romanum3) haben die Juden im syrischen Beirüt das Bild des Erlösers gekreuzigt, das dabei eine so große Menge von Blut vergoß, daß die orientalischen und abendländischen Kirchen daraus reichlich versehen wurden. Nach! Johann Eck4) hätte der heilige Athanasius diese Geschichte aus der Zeit Kaiser Konstantins des Älteren berichtet. Zu Beirüt befand sich eines Christen Wohnung neben der Synagoge, und beim Ausziehen in ein neues Heim vergaß der Christ ein Bild Christi, das er an der Wand angebracht hatte. Ein Jude zog ein, sah das Bild und zeigte es den Alten und Obersten. Die stellten es auf die Erde und fingen an, es zu höhnen, anzuspeien, Hals und Angesicht zu schlagen. Man setzte ihm eine Dornenkrone auf, öffnete ihm mit einem Speer die Seite, und da zu ihrem Staunen Blut und Wasser herausging, fingen sie dies in einem Kruge auf und brachten es in die Synagoge. Sie salbten damit Kranke, die davon gesund wurden. Nun gingen sie in sich und ließen sich vom Bischof taufen. Der Bischof stellte durch Nachforschungen fest, daß das Bild von Nikodemus mit eigenen Händen gemacht war, der es an Pauli Lehrer Gamaliel vererbt habe. *) Gregorius Turonensis a. a. O. Cap. 22; Nauclerus: Chronographia 1568. Gen. 19. Vgl. auch die aus Sigebertus Gemblacensis aus dem syrischen Beirüt (Mussafia a. a. O. I. S. 925) erzählte Version, wo die Juden durch die Heilwunder des aus den Wunden geflossenen Blutes sich bekehren lassen. 2) Mussafia a. a. O. V. S. 12 f. ף Martyrologium Romanum. Ad nouam Kalendarij rationem & Ecclesiasticae historiae veritatem restitutum. Gregorij XIII Pont. Max. iuss. ed. Venetiis 1584. (V. id. Nov.) S. 347. 4) Johann Eck a. a. O. Bl. 71.