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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 3 · p. Seite 341

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 3
Article
Neue Beiträge zur Geschichte der Familie Fränkel-Spira
Date
1912-01-01
Page
Seite 341 (sequence 8)
Language
German
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Neue Beiträge zur Geschichte der Familie Fränkei-Spira. 341 er nach Meseritsch in Mähren zog, wo er in hohem Alter starb. Wertvoll sind in unserem Schriftstück die genauen genealogischen Mitteilungen über Koppel Fränkels Deszen■ denten, wodurch manche bisherige Angaben berichtigt oder ergänzt werden können. K. Frankel, der zweite Sohn von Seckel Baiersdorf, war dreimal verheiratet; Seine Tochter Ritsehel (aus erster Ehe) war bekanntlich die Gattin eines der gefeiertsten Rabbinen der damaligen Zeit, des R. Ch an och, genannt Henoch Lewi oder »Morenu Henoch«, des Freundes Wagenseils, der als Landrabbiner und Oberrabbiner von Hanau durch seine unvergleichliche Gelehrsamkeit und streng asketische Frömmigkeit in ganz Deutschland Und darüber hinaus einen ausgebreiteten Ruf sich erwarb und im Jahre 1691 starb. Er hinterließ sechs Söhne, wonach die Angabe D. Kaufmann’s (»Letzte Vertreib, d. Juden aus Wien«, S. 199), der nur fünf Söhne aufzählt und den sechsten (Isserl) ausläßt, zu berichtigen ist. Aus der Ehe Koppel Fränkel’s mit seiner zweiten Gattin Zortel, der Tochter des Abigdor Simels, gingen fünf Kinder hervor, zwei Söhne und drei Töchter. Die beiden1) Söhne Seckel und R. Israel, der spätere Rabbiner von Ung.- Brod (und nachmals von Würzburg), erwirkten bekanntlich vom Wiener Magistrat, daß nach der Vertreibung der Juden (1670) gegen Zahlung einer Summe von 4000 Gulden der dortige jüdische Friedhof unangetastet bleiben sollte. Seckel wurde durch seine Heirat mit Rodisch der Schwiegersohn des bekannten Zacharias Lewi, der ein öffentliches Gotteshaus und eine mit reichen Geldmitteln versehene Talmudschule im Wiener Ghetto gründete, woselbst lernbeflissene Jünglinge Unterricht und vollständige Verpflegung ') Ein dritter »Sohn« Henoch, bei Kaufmann äst wohl mit dem »Schwiegersohn« Henoch zu identifizieren (Letzte Vertr., S. 144, 153, 191). Das Bittgesuch an den Wiener Magistrat, datiert v. Fürth, den 18. Dezemb. 1684, unterzeichnen die beiden Brüder als »Kopl Frankelsche Erben in Fürth bei Nürnberg«. (Vgl. L. A. Frankl, Zur Geschichte der Juden in Wien, S. 13).

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