Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Neue Beiträge zur Geschichte der Familie Fränkel-Spira
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 6)
- Language
- German
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Neue Beiträge zur Geschichte der Familie Fränkel-Spira. 339 natssitze in Posen, während der dritte1), R. Man, als Oberrabbiner in Brzesc (Kujavien) — wie bereits erwähnt — wirkte, bis er infolge der durch den Kosakenaufstand hervorgerufenen Kriegswirren mit seiner Gattin Jares auf einem Schiffe entfloh, worauf er — von der Pest ergriffen *—■ starb und 12 Meilen von Hamburg entfernt begraben wurde. Nach Aussage seiner Tochter Kela soll er den weitverzweigten Stammbaum (ספר יוחסין) der Familie Spira, der bis auf R. J e h u d a, den Frommen, hinaufgereicht, besessen haben. Auch Nathan Nata Spira aus Horodno, den Verfasser der Einleitung zum שערי דורא und Verfasser des אמרי שפר (Superkommentar zu רש״י), zählte er zu seinen Ahnen, während die seit uralten Tagen bis ins 18. Jahrhundert hineinragende Familie 1100 »Morenu«-Inhaber aufweisen konnte. Von großem Interesse dürften die von unserem Gewährsmann tradierten Mitteilungen über die Lebensweise, Schicksale, letzten Tage und den Tod Aaron Simon (6) Spiras sein. Im Jahre 1600 geboren, war er fast 40 Jahre lang (1640—1679) Prager.Oberrabbiner und Landes- ■rabbiner von Böhmen. Trotz der vielen Verfolgungen, die er zu erdulden gehabt, und der Einkerkerung, der er nur mit knapper Not entgangen war, verstand er es, sich bis ins höchste Alter geistige Elastizität und wunderbare körperliche Rüstigkeit zu bewahren, so daß der berühmte Prager Arzt, Franzmann, der ihn während seiner letzten Krankheit besuchte, sich vor Staunen kaum fassen konnte. Gleichsam als Entschädigung für die mannichfachen Leiden, die er ausgestanden, erhielt er vom Kaiser Leopold I. einen mit goldenen Buchstaben geschriebenen Freibrief, den schon M. W. Jeiteles, der obgenannte frühere Aktuar der Prager jüdischen Brüderschaft, erwähnt. Von seinen Werken, die bei einer Plünderung Prags verloren gegangen 1J Jedenfalls war Josef b. Michael (Gal-Ed 154) kein Bruder Wolf Spira’s, was schon Brann (MS. 1901, S. 206, Nr. 1) gegen Steinschneider mit Recht stark bezweifelt. 22*