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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 3 · p. Seite 330

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 3
Article
Aus der Bibelexegese Joseph Ibn Kaspis
Date
1912-01-01
Page
Seite 330 (sequence 7)
Language
German
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330 Aus der Bibelexegcse Joseph Ihn Kaspis. um deren Tochter für seinen Sohn an. Es ist in jenem Lande noch heute der Brauch, daß, im Gegensätze zu unserem Lande, die Anregung zur Eheschließung von Seiten des männlichen Teiles geschieht1). — Das Anerbieten Jakobs, sieben Jahre lang um Rache! zu dienen (Gen. 29, 18) entspricht dem noch bestehenden Brauche jener Länder 2). Wenn Moses Gott bittei (Exod. 33, 18): Lasse mich doch deine Herrlichkeit sehen, so ist das so viel, als ob er sagte: Lasse mich doch dich sehen. Das ist so die Art der Anrede in jenem Lande. Wenn sie sagen wollen: wie Ist dein Befinden, mein Herr, so sagen sie dafür: wie ist das Befinden deiner Herrlichkeit mein Herr3)? — Bei den in der heiligen Schrift sich findenden, oft sehr langen Segnungen erinnert er an die Gewohnheit des Orients, die sich auch »in unserem Lande«, aber in viel geringerem Maße findet. Er erwähnt dafür einen Vorfall aus seinem eigenen Leben: Als er zum ersten Male in Ägypten wai4), machte er dem Nagid David, dem Urenkel Moses Maimunis, seine Aufwartung; und dieser segnete ihn mit langen Segensworten, um ihm Freundschaft und Wertschätzung zu bezeigen, während er selbst schwieg5). — Der Ausdruck *) AK. 71: כן הוא מנהג הארץ ההיא נם היום דיל שהזכר הובע החתון הפך' ארצנו זאת, 2) MK. II, 72: כן הוא מנהג הארצות ההם גם היום׳ ופן דרך תורתנו. Es ist nicht klar, Was die Bemerhung: »und so ist die Art unserer Thora.« Vielleicht meint er das Prinzip der Eheschließung, wonach der eheschließende Mann zu einer Leistung, der Morgengabe, vetpflichtet ist. Die weitere 1Bemerkung: ומי יוכל לדוג מנהגי ארצנו זאת עמם weist auf die Mitgift hin, die eine Leistung des weiblichen Teiles der Eheschließung an den Mann ist. 3) MK* '1, 146: .. . אלו ירצו לומר לאיש מה שלומך אדוני יאמרו מה שלום כבודך אדוני. Im Arabischen, woran Ibn Kaspi wohl denkt, entspricht dem hebräischen ח£רתך : כבודך. 4) Wahrscheinlich ging Ibn Kaspi aus Ägypten nach Palästina und kehrte von dort wieder nach Ägypten zurück,- deshalb kann er von einem erstmaligen Aufenthalte in Ägypten sprechen. 5) MK. I, 42: ברבני ברכה ארוכה להראות לי אהבה וחבה' ואני מחריש.,..

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