Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 3 · p. Seite 316

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 3
Article
Die talmudische Literatur der letzten Jahre
Date
1912-01-01
Page
Seite 316 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829843-2829847-2891434--39592-2891509
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

316 Die talmudische Literatur der letzten Jahre. Quelle geschöpft haben, nur war der eine mehr, der andere weniger genau in der Wiedergabe der Vorlage. Aber das M. ha-Geonim macht im allgemeinen den Eindruck der größeren Ursprünglichkeit, soweit davon bei Sammelwerken überhaupt die Rede sein kann. Über Zeit und Heimat des M. ha-Geonim sind keine genauen und sicheren Daten bekannt. Inbezug auf die Zeit ist nur das eine sicher, daß es am Ende des 12. Jahrhunderts bekannt war1 2 *). Wenn Epsteins Annahme8), unser M. ha-Geonim sei identisch mit dem von RABN. erwähnten מעשה הטבירי, gut begründet wäre, so hätte es schon mehr als ein halbes Jahrhundert früher existiert. Aber Epsteins Annahme stützt sich bloß auf die Tatsache, daß die von RABN. aus dem מעשה המכירי zitierte Stelle in unserem M. ha-Geonim vorkommt, was natürlich kein sicherer Beweis ist. Da aber das M. ha-Geonim älter ist als das 13. Jahrhundert, so fällt es nicht schwer, seine Existenz in der Mitte des 12. Jahrhunderts anzunehmen. Viel schwieriger ist die Annahme seiner Identität mit dem מעשה המכירי. Die Schwierigkeit ergibt sich aus der, von Epstein nicht erkannten Tatsache, daß das M. ha-Geonim schon das Sefer ha-lttim benützt hat8). Selbst wenn wir die Abfassungszeit des Sefer ha-lttim bis zur äußersten noch möglichen Grenze, dem Anfang des 12. Jahrhunderts, hinaufrücken4), konnte es in Deutschland, der wahrscheinlichsten Heimat des M. ha-Geonim, erst viel später bekannt geworden sein, wodurch es unwahrscheinlich erscheint, daß RABN. ein Werk zitieren soll, das selbst schon das S. ha-lttim benützt hat. Unmöglich ist dies freilich nicht, besonders da es nicht ausgeschlossen ist, daß der Verfasser des M. ha- Geonim selbst zum Kreise der Schüler Raschis gehört und 1) Epstein, Monatsschrift a. a. O. S. 728, Einleitung, S. VII—IX. 2) Monatsschrift a. a. O. ’) Vgl. weiter unten meine Bemerkung zu M. ha-Geonim, S. IX. 4) Vgl. Schorr, Einleitung zu Sefer ha-lttim, S. XIV.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.