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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 3 · p. Seite 315

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 3
Article
Die talmudische Literatur der letzten Jahre
Date
1912-01-01
Page
Seite 315 (sequence 8)
Language
German
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Die talmudische Literatur der letzten Jahre. 315 Raschis, wie Machsor Vitry, Sefer ha-Oreh, Pard.es und Siddur Raschi, Auch der größte Teil seines .Inhalts ist in diesen Werken, besonders im Pardes enthalten. Es enthält aber auch nicht wenig neues und unbekanntes: manches im Namen Raschis, vieles von rheinländischen Gelehrten und mehrere gaonäische Responsea, Auch lernen ydr einige Gelehrte aus der Zeit Raschis kennen, die sonst nirgends ery/ähnt werden. Für die Kritik der talmudischen Texte bietet das M. ha-Qeon.im wenig, mehr schon für die gaonäische;Literatur, da es viel gaonäisches Material enthält, das hier oft voll״ ständiger und in besserer TextgestaU erhalten ist. Das Verhältnis des dem M. ha־Ge0;ni.m 35s den schon früher bekannten Werken aus der Schule Raschis oder dem Kreise seiner Schüler ist schwer mit Sicherheit festzustellen. Epstein setzt in seiner Einleitung1) ohne weiteres voraus, daß das M, ha־Gepnitn die Quelle des M. Vitry, des S. ha-Oreh und ganz besonders des Pardes war• Diese Voraussetzung beruht gewiß auf seiner Ausführung in einem früheren Aufsatz2): »Das Ma’asse ha-Gepni;m ist die Hauptquelle des Pardes für die Entscheidungen der rheinländischen Gelehrten, In dem Stoffe des טעימה .הגאונים sind gelegentliche Entscheidungen über Fragen aus der religiösen Praxis und Materialien aus der Schule Raschis, wovon schon einiges in Ma’asse ha-Geonim selbst,;hinzygekommen, und so entstand unser Pardes«. Für diese Annähme spricht wohl viel die Tatsache, daß loa Ma’asse ha- Geonim die Exzerpte aus den Schriften der Macbiriden, der Quelle für die Entscheidungen der Rheinländer, in ihrer ursprünglichen Form enthalten sind®). Ein stringenter Beweis ist dies aber nicht. Der Verfasser des M. ha-Geonim und der des Pardes konnten beide aus einer und derselben ■) Vgl. S. IX, N. 5 und Anm. 8. *) Monatsschrift 1908, S. 727 f. 3) Vgl. Epstein, Einleitung, S. X f.

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