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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 3 · p. Seite 314

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 3
Article
Die talmudische Literatur der letzten Jahre
Date
1912-01-01
Page
Seite 314 (sequence 7)
Language
German
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314 Die lalmudische Literatur der letzten Jahre. hältnissen :so gut wie gar nichts. Bloß das eine ist sicher, daß er im elften Jahrhundert in Süditalien gelebt hat; daß Italien auch sein Geburtsland und nicht bloß seine zweite Heimat war, ist sehr wahrscheinlich, wenn auch nicht absolut sicher. Ans seinen naturwissenschaftlichen und medizinischen Kenntnissen könnte vielleicht geschlossen werden, daß er von Beruf Arzt war. Der Leistung des Herausgebers darf man unelngeschränktes Lob zollen. Chajes ist seiner Aufgabe in vorzüglicher Weise gerecht worden. Er bemüht sich, fast durchwegs mit Erfolg, den arg vernachlässigten Text richtigzustellen und zu erklären; der Quellen- und Parallelennachweis ist ziemlich vollständig. In der Einleitung wird alles, was den Verfasser und sein Werk, die Handschrift und ihren Schreiber betrifft, erschöpfend und gründlich behandelt. Vergleicht man die Ausführung über das Sefer Mussar mit der über den Kommentar zu Maschkin, so wird man eine nicht allzu entfernte Ähnlichkeit zwischen beiden Werken wahrnehmen, nicht bloß In ihrer gleichen Eigenschaft als Kommentare zu talmudischen Traktaten, sondern auch in ihrer Anlage* und inneren Beschaffenheit und ihrem literarischen Wert. Auch die Biographie der Verfasser zeigt manche verwandte Züge. Beide stammten aus Europa und lebten eine Zeit lang im Orient; der eine war sicher, der andere wahrscheinlich Arzt von Beruf. Eine viel größere Ähnlichkeit, ja die engste Verwandschaft, inhaltlich und literarhistorisch, besteht zwischen den beiden folgenden Werken, Ma’asse ha-Geonim und Siddur Raschi. Sie sind beide halaehische Sammelwerke, gleicher Anlage und gleichen, zum. großen Teil kongruenten Inhaltes. Sie stammen beide aus derselben Schule, derselben Zeit und vielleicht auch aus demselben Lande, jedenfalls aber aus Gegenden die hart aneinander grenzen und literarisch eng verbunden und verwandt waren• Das IVla’asse ha-Geonim stammt aus der Schule

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