Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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312 Die talmudische Literatur der letzten Jahre. dem Sefer Mussar, über seinen Inhalt, seine Quellen, seine Sprache, seine Erwähnung bei späteren Autoren und endlich über die Handschrift, die der Edition zugrunde liegt. Die kurzen Fußnoten beschränken sich auf Angabe der Quellen und Mitteilung der im Text berichtigten fehlerhaften Lesarten der Handschrift und anderer wichtiger Varianten. Dem Texte folgen Bemerkungen und Berichtigungen, enthaltend Korrekturen, Erklärungen, Quellen- und Parallelennachweise, und sechs Anhänge: Inhalt der Exkurse, erklärte Bibelstellen im Sefer Mussar, weniger gebräuchliche Termini und Bedeutungen, talmudische Ausdrücke und Wendungen, arabische Wörter, Tabelle verschiedener Zählungen der Abothmischnas: im Sefer Mussar, Machsor Vitry, Maimonides’ Kommentar, ed. Baneth, und Aboth, ed. Strack. — Der Herausgeber ist W. Bacher. Interessant und wichtig ist auch Salomo b. Ha-Jathoms Kommentar zu Maschkin. Das Interessante und Wichtige ergibt sich nicht so sehr und nicht in erster Reihe aus dem Werke selbst, als vielmehr aus dem Umstände, daß es aus einem Lande stammt, aus dem nur spärliche Denkmäler talmudischer Gelehrsamkeit bekannt sind. Denn, ob der Verfasser in Italien geboren oder aus dem Orient eingewandert war, seinen uns vorliegenden Kommentar hat er jedenfalls in Italien geschrieben, und zwar in Süditalien, wodurch das Werk, als der älteste Talmudkommentar aus diesem Lande, noch mehr an Interesse gewinnt. Was nun das Werk selbst betrifft, so muß ich gestehen, daß es mich einigermaßen enttäuscht hat. Von einem Autor, den R. Jesaia di Trani anführt und mit Achtung nennt, war mehr Tiefe, Gründlichkeit und Originalität zu erwarten. Unser Autor aber zeigt sich in diesem Kommentar als wenig selbständig und originell. Nicht selten freilich ist er allzu originell, d. h. unverständlich und unbegreiflich. Allerdings kann man einen Teil der Sonderbarkeiten auf das Konto