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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 3 · p. Seite 305

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 3
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1912-01-01
Page
Seite 305 (sequence 21)
Language
German
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IRI
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Eine jüdische unbekannte Sekte. 305 10, 5: ארבעה למטה לוי ואהרן. Die Halachah1) besteht nur darauf, daß die Richter in Kapitalprozessen von rein jüdischer Herkunft sein müssen, aber nicht, daß darunter Leviten oder Priester sich befinden. Nichtdestoweniger ergibt sich sogar aus den talmudischen Quellen, daß gewöhnlich jedes Synhedrion, auch das kleine, von 23 Mitgliedern, Priester unter sich hatte, wenn auch gesetzlich ihre Anwesenheit nicht für notwendig betrachtet wurde. Die Bemerkung des Talmud — Joma 26 a — לא״ משכהת צורבא מרבנן דמורי אלא דאתי משבט לוי »nur den Gelehrten aus dem Stamme Levi gelingt es richtige Entscheidungen zu fällen«2), heißt wohl nichts anderes, als daß die Anwesenheit von Priesterrichtern im Gericht die richtige Entscheidüng garantiert. Die Gerichtsdiener שוטרים waren nach Angabe des Josephus immer Leviten, jeder Behörde (= Gerieht), bemerkt dieser, sollen zwei Männer aus levitischem Stamme als Diener beigegeben werden — Ant. 10, 8,14 — und Josephus befindet sich in Übereinstimmung mit der tannaitischen Halachah — Sifre Deut. 15; Midr. Tan. 9 —, die gleichfalls behauptet, daß die שוטרים Leviten sein müssen. Wann dieses Gesetz geändert wurde, wissen wir nicht; der Amora R. Chisda — starb gegen 300 — scheint diese Gesetzesänderung in die Zeit Esras zu versetzen8), was aber mit J) Mischnah Sanh. 4, 2. Vgl. ausführlich darüber Hoffmann, Der oberste Gerichtshof 24 u. 89; die Priestergerichte ב״ד של כהנים, die in den talmudischen Quellen genannt werden, hatten Jurisdiction hauptsächlich über Priester; vgl. Sifre D. 144 שטמנין ש׳ לבל שבט, was später nur bezüglich der Priester ausgeführt werden konnte; anders Büchler in Synhedrion 102 ff. s) Was daselbst bezüglich des ש׳ יששכר gesagt wird, hat nur theoretischen Wert, denn in der talmudischen Zeit waren die Grenzen der Stämme verwischt. *) Jebamot 86 b; im Talmud wird zwar nicht direkt gesagt, daß diese Disqualification der Leviten zur Zeit Esras stattfand, aber der Zusammenhang dieses Ausspruches mit dem Vorhergehenden läßt keine andere Deutung zu. Übrigens scheint der Text nicht ganz in Monatachrlft, 56. Jahrgang. 20

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