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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 3 · p. Seite 293

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 3
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1912-01-01
Page
Seite 293 (sequence 9)
Language
German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 293 auch im Talmud — Pes. 113 b — wo berichtet wird, daß R. Papa einen, der vor ihm erschienen war, um einen andern eines Verbrechens zu beschuldigen, geißeln ließ und als Begründung für die Geißelung folgendes an gab: Es steht geschrieben — Deut. 19, 15 — nicht kann Ein Zeuge gegen jemanden zeugen, du aber tratst allein als Zeuge auf, mit der Absicht, jenem einen üblen Ruf zu bereiten! 9, 5: נוקם הוא ... ומטר הוא. Daß unser Verfasser die Worte Nahums — 1, 2 — nicht ganz wörtlich zitiert, indem er zwei Mal ירווה ausläßt, entspricht seinem Grundsatze, den Namen Gottes nie zu gebrauchen. Nicht einmal in einem Schwure hält er — wie aus 15, 1 hervorgeht — die Anwendung des göttlichen Namens als zulässig. Gewohnlich gebraucht er אל für ,יהוד, während an dieser Stelle הוא als Äquivalent für das Tetragrammaton erscheint. Lehrreich für diese Verwendung von הוא ist die Behauptung der Mischnah Sukkah IV, 5, daß in der Tempelliturgie manchmal für יהוה die Umschreibung הוא gebraucht wurde1) Die haggadische Deutung von Nahum 1, 2 hat ihre Parallele im 1Neuen Testament, Römer 12, 19, wo vor Rachsucht gewarnt wird, denn »die Rache ist mein«, sprach Gott und muß daher ihm überlassen werden. Der Verfasser unseres Fragments zitiert jedoch die Nahumstelle und nicht, wie Paulus, Deut. 32, 35, weil die Worte des Propheten eine zwiefache Lehre enthalten. Die Rache steht nur Gott zu, und dieser gebraucht sie nur gegen seine Feinde und die, die ihn hassen, daher darf niemand sich vom Rachegefühle leiten lassen, geschweige gar in seinen Handlungen mit seinen Glaubensgenossen, den Juden, den Freunden Gottes. ') Geiger, Nachgelassene Schriften V, 102 und קבוצת מאמרים, ed. Poznanski 101, behauptet, daß in dieser Mischnah ניייהו^ zu lesen ist anstatt אני והו, jedoch zeigt der Gebrauch von הוא als כנוי für ,יהוד in diesem Fragment, daß kein Grund vorliegt, den Text der Mischnah zu emendieren. Vgl. meine Bemerkungen zu קבי מאי a. a. O und zu Seite 143. Chajes, Markus-Studien, S. 61—62 verweist auf LXX, Prov. 24, 7, die פיהו mit ac6ij.oi.xoi; xupfoo widergeben.

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