Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Juden in der Marienlegende
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 25)
- Language
- German
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Die Juden in der Marienlegende. 281 erwirkt ihm Gnade und gibt ihm sogar den dem Teufel abgejagten Pakt zurück. Theophilus vermacht alle seine Habe den Armen und stirbt endlich fromm eines gottseligen Todes1). Goedeke2) druckt diese Legende von Theophilus in deutscher Überlieferung ab: »Nu was ouch in der stat ein Jude der in den swarzen buchen die liste künde ersuchen daz er mit tuveln umme gie. Thöophilus dö gar verlie sin herze üf disse juden rät. und dö sprach jener dräte ‘jä ich, jä! sprich waz du wilt: nün herze nichtes nicht bevilt ezenvolge dir vil gar.’ als des der jude wart gewar, dö sprach er ‘sö wil ich dir sagen, die wärheit und der nicht verdagen, wie du kumst in die werdigkeit gotes und der kristenheit solt du dich verzien und dar zu Marien.« Nach dieser Verleugnung Gottes, des Christenglaubens und Marias will er ihm die frühere Herrschaft wieder verschaffen und mit des Teufels Hilfe sogar mehr. Als er um seines Amtes willen, sich auch dazu bereit erklärt, dö rief der jude sä zuhant einen tüvel, der quam und sich der Sache an nam, die hie beteidinget was. l) Adgar, 17. S. 79-115. s) Karl Goedeke: Deutsche Dichtung im Mittelalter. Hanover 1854. S. 142 ff.