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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 3 · p. Seite 264

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 3
Article
Die Juden in der Marienlegende
Date
1912-01-01
Page
Seite 264 (sequence 8)
Language
German
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264 Die Juden in der Marienlegende. Bereits in der ältesten erhaltenen antijüdischen Apologie aus altchristlicher Zeit, in Justins Dialog mit dem Juden Tryphon, wird gegen die ablehnende Haltung der Juden gegenüber der jungfräulichen Geburt Jesu von Maria polemisiert. Das Gleiche ist der Pall in den apokryphen Pilatusakten1), wo die Juden zum Teil die Geburt Jesu ex fornicatione erklären, zum Teil die desponsatio facta dagegen anführen. Immer und immer wieder wird an ihnen durch große und ihre göttliche Natur nicht verleugnende Wunder nachgewiesen, daß Jesus der Messias, daß Maria, seine jungfräuliche Mutter, die Himmelskönigin sei. Sie bleiben in ihrer großen und überwältigenden Mehrheit ungläubig. Von der Zeit der Apostel an setzt sich dieser Kampf der Juden und ihr Widerstand gegen die siegreiche christliche Kirche, gegen Jesus und Maria bis in die Neuzeit fort. In der Sammlung von Legenden, die von Bernhard Pez gedruckt wurde, wird von einem wundertätigen, wunderbar schönen Steinbilde Marias erzählt, das in Lydda2) bei Diospolis verehrt wird. Die Kirche, in der das Bild steht, hat ehemals zur Synagoge gehört und ist von den Aposteln, die sie den Juden abgekauft haben, in eine Kirche verwandelt worden. Als die Juden diese Umwandlung bemerkten, waren sie in hohem Maße empört und erhoben beim Kaiser Klage auf Wiederherausgabe des Gebäudes. Da die Apostel sich natürlich weigern, dies zu tun, so läßt der Kaiser die Tore auf vierzig Tage versiegeln, um ein göttliches Zeichen abzuwarten. Damals lebte die Jungfrau noch auf dem Berge von Vertreibung der Juden do selbst. Im schütten samen thon. In: Acht Lieder aus der Reformationszeit. (Ausgewählt von Johannes Bolte und Martin Breslauer, erl. v. Johannes Bolte. Friedenau- Berlin 1910: Brücker). 4°. Taf. III. ג) Qesta Pilati in: Evangelia apocrypha. Ed. C. Tischendorf. Lips. 1853, S. 323 ff. 2) Nach den meisten Hs. Libia.

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