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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 2 · p. Seite 248

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 2
Article
Ludwig Philippson
Date
1912-01-01
Page
Seite 248 (sequence 31)
Language
German
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IRI
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248 Ludwig Philippson. Kap. im 3. Bd. der römischen Geschichte: »Judäa und die Juden« antisemitischer Gelüste zeiht. Mommsen könne man wohl auf dem Gebiete der Tatsachen folgen und Vertrauen schenken, nicht aber wenn er an deren Beurteilung gehe. In betreff der Juden urteile er nur vom Standpunkte der römischen Staatsräson ohne irgendwelche Kenntnis des Sachverhältnisses. Man könne sich des Gedankens nicht erwehren, daß er von Vorurteilen beirrt werde, daher bewege er sich in Widersprüchen. Das Bild des bürgerlichen Verhältnisses der Juden im 2. und 3. Jahrhunderts sei durchaus schief, mangelhaft, sogar falsch, ja er hätte sich (ein harter Vorwurf!) absichtlichen Verschweigen s schuldig gemacht. Hier war allerdings Philippson auf dem eigensten Gebiete, hatte er doch früh (s. S. 13) gezeigt, unter welchen Umständen die Juden ihres Bürgerrechtes und der Gleichberechtigung im römischen Reiche beraubt worden waren. Seinen scharfen Kiel bekommt auch E. Renan zu spüren wegen seiner »Geschichte des Volkes Israel.« Er weist ihm nach, daß sie auf unberechtigten Hypothesen aufgebaut, aus Wahrheit und Dichtung gemengt sei. Die volle Schale seines Zornes aber gießt er über den »Geschichtschreiber« Treitschke aus, den wissenschaftlichen (?) Vater des neudeutschen Antisemitismus. , Mit ihm hatte er sich wegen seiner Artikel in den »Preußischen Jahrbüchern« auseinandergesetzt. Jetzt führte er in zwei Artikeln, die eine würdige, kräftig-eindringliche Sprache reden, den Kampf fort. Ihm ist er trotz seiner Belesenheit und glänzenden Darstellungsgabe kein Historiker, sondern ein Parteigänger und er führt dafür auch die vernichtenden Urteile Baumgartens und Bulles an. Dann wendet er sich gegen Treitschkes Behandlung der Juden, weist zunächst am sogenannten Frankfurter Streit (der Juden um ihr verbrieftes Recht) seine Unaufrichtigkeit

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