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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 2 · p. Seite 247

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 2
Article
Ludwig Philippson
Date
1912-01-01
Page
Seite 247 (sequence 30)
Language
German
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Ludwig Philippson. 247 in seinen verschiedenen Phasen damit im Einklang findet, wobei er, stets von diesen Begriffen ausgehend, die entgegengesetzten, namentlich die christlichen, Anschauungen leicht widerlegt. Viele dieser Abhandlungen sind natürlich, einfach, schlagend, vornehm, populär, allerdings bisweilen ohne die gehörige Tiefe, alle aber sind klar und in gewandter Sprache, abgesehen von Einzelheiten. Nur die unter »Allgemein Menschliches« zusammengefaßten sind mehr gutgemeinte Be- Pachtungen, Predigten warmer Art, die nicht immer von den Vertretern anderer Ansichten als beweiskräftig angesehen werden dürften. Eine besondere Hervorhebung jedoch verdienen die Aufsätze, welche die Abwehr des neuen Antisemitismus zum Gegenstände haben, von Angriffen, die im pseudowissenschaftlichen Gewände erfolgten. Ihre Bekampf ung wird mit Geschick, Scharfsinn, oft mit viel Witz geführt, vor allem unterstützt von seiner großen Sachkenntnis. Fast alle sind sehr lesenswert und können Wort für Wort unterschrieben werden. Machen es ihm doch die Gegner gewissermaßen selbst leicht, ihnen ihre Einseitigkeit und Parteilichkeit nachzuweisen, wie z. B. Hartmann, obwohl er den Mantel der Unvoreingenommenheit umwirft, mit seinem Phantome einer jüdisch-aristokratischen Weltherrschaff. Oft sehr geistreich wird Hellwald abgefertigt, dem nicht Philippson allein unwissenschaftliche, oberflächliche Vielschreiberei und unselbständige Kompilation vorwirft. Treffend ist auch das Wort am Schlüsse der Besprechung der kleinen Broschüre Mommsens, in der der berühmte, liberale Geschichtschreiber nach Zurückweisung antisemitischer Angriffe den Juden rät, Christen zu werden, um den Stein des Anstoßes aus dem Wege zu räumen: »Was ist das für eine Gemeinsamkeit, die nur dadurch bestehen können soll, daß der Einzelne alles, was ihm eigentümlich ist, aufopfere und zu einer bloßen Schablone werde?« Doch geht er wohl zu weit, wenn er Mommsen wegen des 11.

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