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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 2 · p. Seite 228

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 2
Article
Ludwig Philippson
Date
1912-01-01
Page
Seite 228 (sequence 11)
Language
German
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228 Ludwig Philippson. schon seit 1854 nur unter großen körperlichen Leiden gerecht werden. Überdies erblindete er am linken Auge und 1861 geriet er in die Gefahr das Augenlicht ganz zu verlieren. Zu seinem und seiner Gemeinde Leidwesen sah er sich gezwungen, sein Amt niederzulegen. 1862 verließ er Magdeburg und wählte Bonn zu seinen dauernden Aufenthalte. Hier kräftigte sich sein Zustand wieder und, unterstützt von seiner Gattin, widmete er sich mit der alten Hingebung der Redaktion seiner Zeitung und des Institutes. Daß er mit der Zeit im vollsten Zusammenhänge blieb, versteht sich von selbst, und auch im Ruhestande wirkte er im Dienste der Judenheit, so oft es sich um deren Gleichstellung mit den anderen Staatsbürgern, die ja noch immer nicht erreicht war, um die Neubelebung und Verteidigung des Judentums handelte. In diese Zeit fallen seine Arbeit: »Haben wirklich die Juden Jesus gekreuzigt?«, die Streitschrift gegen D. Fr. Strauß und die letzten Kämpfe um die Rechte der Juden. Die seit 4 Jahrzehnten wiederholt von Juden und Christen behandelte und verschieden beantwortete Frage über den Tod Jesu neuerdings aufzunehmen, veranlaßte ihn der von Napoleon III. in der Vorrede zum »Leben Cäsars« wieder erhobene Vorwurf, daß die Juden Jesus gekreuzigt hätten und er kam zu dem Ergebnis: Jesus ist aus politischen Gründen von den Römern zum Kreuzestode verurteilt worden. Über die Schrift gegen Strauß werde ich im Zusammenhänge noch unten zu sprechen kommen. Die Zeit, abermals den Kampf um die vollständige Gleichberechtigung und ihre Durchführung in der Praxis aufzunehmen, schien nach 1866 von neuem gekommen. Wieder wandte sich Philippson an die Vorstände der Synagogengemeinden sich zu einer von ihm im Entwürfe mitgeteilten Petition zu vereinigen. Drei Wochen später konnte er sie mit 300 Unterschriften versehen dem k.

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