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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 2 · p. Seite 225

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 2
Article
Ludwig Philippson
Date
1912-01-01
Page
Seite 225 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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Ludwig Philippson. 225 In den fünfziger Jahren ergaben sich noch andere ׳Gelegenheiten für die Glaubensgenossen einzutreten. Während des Krimkrieges wendete er sich, als es sich um die Gleichberechtigung der Rajahs in der Türkei handelte, nicht nur an die einflußreichen Zweige des Hauses Rothschild in Paris und London, für das Schicksal auch der orientalischen Juden einzutreten, sondern auch an den um die englischen Juden hochverdienten Lord John Rüssel und an Kaiser Napoleon III. selbst. Der günstige Erfolg ist bekannt. Einen, wenigstens vorübergehenden Erfolg hatte auch seine tatkräftige Verwendung für die russischen Juden, als Nikolaus I. gestorben war. Dagegen blieb seine im Auftrag und mit der Namensunterschrift von 86 deutsehen Rabbinern an Pius IX. in der Angelegenheit »Mortara« gerichtete Vorstellung ebenso wirkungslos wie die Schritte Montefiores, der Diplomatie und die persönliche Verwendung einiger Herrscher. Wir haben wiederholt Gelegenheit gehabt, Philippsons außerordentlich praktischen Sinn, seine organisatorische Begabung und seine Unermüdlichkeit bei der Verwirklichung eines einmal gefaßten Planes, mochte auch die erste An regung einem Andern gehören, kennen zu lernen. So hatte er schon 1843 den Gedanken gehegt einen Literaturverein zu gründen. Er konnte damals nicht ausgeführt werden. 1854 nahm er ihn von neuem auf. Im Februar erließ er in seiner Zeitung die Aufforderung an -alle deutschlesenden Israeliten zur Gründung einer israelitischen Literaturgesellschaft und noch in demselben Jahre trat »das Institut zur Förderung der israelitischen Literatur« -ins Leben. Für den geringen Betrag von 2 Talern jährlich wurde man Mitglied und erhielt ein Exemplar der teils belehrenden teils belletristischen Schriften. So war die Gelegenheit geboten Werke verschiedener Schriftsteller gegen angemessenes Honorar drucken zu können und ihnen sofort einen großen Leserkreis zu verschaffen. Gleich im ersten Jahre zählte Monatsschrift, 56. Jahrgang, 15

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