Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ludwig Philippson
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 4)
- Language
- German
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Ludwig Philippson. 221 bilden auch, dem Zwecke angemessen verarbeitet, den Hauptinhalt der »Israelitischen Religionsiehre«, eines dreibändigen Werkes (Leipzig, Baumgärtner 1861, 1862, 1865), das in einem einbändigen Auszuge auch bei Holder in Wien (1878) erschien. Ebenso sind die Vorlesungen »Über die Religion der Gesellschaft« eine Fortbildung desselben Themas. Die Menschheit müsse als Ganzes betrachtet werden, dessen inneres Gesetz das der Entwicklung aus bestimmten Ursachen sei. Religion und Gesellschaft sich meist gegenüber stehend, müssen in Beziehung zu einander gebracht, die allgemeinen Lehren der drei positiven Religionen eine Religion der Gesellschaft werden, wie sie schon im Mosaismus und von den Propheten gelehrt worden sei. Als Mittel, die vorhandenen Gebrechen zu lindern, empfahl er die Assoziation im Dienste der Gesamtheit durch Bildung von Vereinen zu allen Zwecken, welche die Tätigkeit Aller beanspruchen und jeder Be־ fähigung freien Raum gewähren. Er vertritt demnach Forderungen, die auch jetzt auf der Tagesordnung sich befinden. Acht Tage nachdem er die Vorrede geschrieben, brach die Februarrevolution mit ihrem so stark sozialen Einschläge aus. An der politischen Bewegung des Jahres 1848 nahm Philippson regen Anteil. Er hielt in Magdeburg einen Vortrag »Über die Stellung des Handwerkerstandes«1), in der er mancherlei praktische Vorschläge machte. Im Verfolge dieser Anregungen wurde die »Elbzeitung« gegründet, an deren Redaktion er sehr tätig mitwirkte; er gründete den »Handwerker-Meister-Verein« und hielt darin zahlreiche Vorträge. Aber diese unausgesetzte Arbeit seit früher Jugend erschütterte seine Gesundheit. Wiederholt seit 1836 verfiel er in schwere Krankheit. Dazu traf ihn der harte Verlust der Gattin im Jahre 1843. Einen Ersatz fand er in l) S. Geigers Anspielung. II. Nachg. Sehr. S. 271.