Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 13)
- Language
- German
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176 Die Wortführer des Judentums in den ältesten Pa$, eine aber ist uns aus , dem Vorhergehenden zurc Gewißheit geworden, daß im Kampfe, mit dem Christa niemals vpharisäische, sondern imm^er griechische Juden als Wortführer des Judentum auf .den Plan getreten ,sind. Die pharisäischen, oder besser gesagt, die Tabbinischen Schrift^ -gelehrten der beiden ersten christlichen Jahrhunderte wissen weder, von Jesus , noch vom Christentum Näheres,, noch weniger Authentisches zu berichten.,, Sie sahen die in *die allgemeine Kirche einmündende neue Religion; als eine andere Form des Heidentums an und befaßten sich nicht , weiter mit ihr. Daher rührt es denn auch, daß der Talmud, fast nichts von all den Dingen weiß, die in christenfeind-;, liehen heidnischen Kreisen über Jesus und die ältesten Christen zirkulieren und deren teilweise auch bei Celsus, Erwähnung geschieht.. Pie Panthera-Sage, die sich im Talmud angedeutet findet, ist hier nicht autochthon. Sie wird im Talmud so verschwommen wiedergegeben, daß man sie auf den ersten Blick als ein fremdes Gewächs erkennt*). Wir jjiaTcdV, s<p’ 0&<; ouÜsvös aiXkou (xapTopos xp^C0!*27־ fap sa1rco?<; ••7CSpMttTCTSTS. . ג) Schon in seinem »Antichrist« 1901 S. 55 f. und eingehender in seinen »Religiösen Bewegungen« 1905 S. 216 ff. hat Friedländer gezeigt, daß die Pantherasage nicht rabbinischem, sondern heidnischem Boden entsprossen. Dasselbe .erhärtet nun Adolf Deissmann, von, den Inschriften herkommend, in seinem Buche »Licht vom Osten« 1908, S. 43ff., wo er sagt: »Der Name Panthera hat viele Gelehrte beschäftigt und galt fast bei allen als ein von der jüdischen Polemik ad hoc erfundener Spottname, Hier sind es nun besonders lateinische Inschriften, die dieses Namenbildungs- Problem mit Sicherheit :zu., lösen gestatten: auf zahlreichen Grabsteinen und andern Inschriften der Kaiserzeit begegnet uns der auch in attischen Inschriften belegte Name P anthera als Beiname von Männern und Frauen. Am interessantesten dürfte der aus der frühesten Kaiserzeit stammende, dem römischen Bogenschützen Tiberius Julius Abdes Panthera aus Sidon in Pbönizien gehörende. Grabstein sein, der.ג!bei Bingerbrück gefunden: ist. Zusammen; mit den andern In- ״Schriften zeigt diese Grabschrift aus unserer nächsten Nähe m i t