Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829843-2829846-2891286--39441-2891348- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Kontroversen zwischen Juden und Christen. 175 zweiten, in einem Menschen Fleisch gewordenen Gott verletzte das monotheistische Empfinden selbst eines in religiösen Dingen indifferenten Tryphon und des jüdischen Epikuräers bei Celsus. Diese Vorstellung war es, welche die Kluft zwischen Judentum und Christentum auftat und’ verewigte, die eine Verständigung zwischen beiden unmöglich machte. Aus dem Bisherigen hat sich des weiteren zur Gewißheit ergeben, daß weder der Jude bei Justin noch jener bei Celsus irgend welche authentische Nachrichten über die Person Jesu besaßen. Sie hatten über dieselbe, bei dem hochgespannten Interesse, das sie dem von ihnen bekämpften Christentum entgegenbrachten, zweifellos Nachforschungen angestellt. Allein wir erfahren von ihnen nichts anderes, als was in den Evangelien zu lesen ist. Und wenn sich auch der Jude bei Celsus brüstet: »noch vieles über die Geschichte Jesu und Wahres und nicht den schrittliehen Überlieferungen seiner Jünger Ähnliches« berichten zu können, es aber lieber aus freien Stücken übergehen zu wollen1), so ist das eitel Geflunker, ln Wahrheit weiß er nicht mehr als was er aus eben diesen Überlieferungen der Jünger Jesu erfahren. Und was er sonst über diese hinaus zum besten gibt, ist Zote, erfunden von Christenhassern aus der Umgebung des Celsus, von Spöttern aus der Schule des Christenverächters Lucian, seines Zeit- und Gesinnungsgenossen. Hätte der Jude des Celsus in Wirkiichkeit noch andere Überlieferungen über Jesus gekannt,, er würde sie gewiß gierig aufgegriffen und ins Treffen geführt haben. Da dies aber nicht der Fall ist, so findet er, wie• der Fuchs die Trauben zu sauer. »Dies alles,« so lautet sein Epilog, »haben wir aus euren eigenen Schriften geschöpft. Andere Zeugnisse brauchen wir nicht; denn ihr schlagt euch mit euren eigenen Waffen.«8)?) Orig. c. Cels. II, 13. s) Das. II, 74: tscut« ixsv oüv ü[/.Tv sä twv ü{x,STSpt0v cuYYPaF~"