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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 2 · p. Seite 173

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 2
Article
Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
Date
1912-01-01
Page
Seite 173 (sequence 10)
Language
German
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Kontroversen zwischen Juden und Christen. 173 Kardmaidogmen^ wie jene der Inkarnation des Logos und der leiblichen Auferstehung zu perhorreszieren. Er ist 4 zweifellos sowohl vom pharisäischen als auch vom Christliehen Staindpunlcte aus schon von wegen seiner Leugnung der Auferstehungslehre der »Apikores« des Talmud^ Er begleitet mit Hohn und Spott die Wuhderberichte . des Neuen Testaments; ’ und verweist man ihn auf die Wunder des Alten Testaments, wie dies Origenes versucht, es hilft nichts : denn er steht auch diesen skeptisch gegenüber. Er sieht in Wunderwirkungen überhaupt keine Zeichen göttlicher Kraftäüßerung. Und was den Auferstehungs- . glauben ängeht, so haben wir gesehen, daß er ihn und/ die Lehre vom letzten Gericht und von Lohn und Strafe nach dem Tode für ein abgestandenes, lange vor Jesus schon bekannt gewesenes Gerede erklärt. . In der Tat, ein pharisäischer Jude konnte nie und nimmer so sprechen. Was jedoch unecht an diesem griechisch e n Juden des Celsus ist, das ist der Standpunkt den ihn Origenes schließlich der Auferstehungslehre gegenüber einnehmen läßt, welcher seinem früher vertretenen stracks widerspricht und einen Triumph für die von ihm mit soviel Ingrimm bekämpfte christliche Glaubehslehfe bedeutet. Nach Origenes soll er nämlich zum Schlüsse erklärt haben: ' *Wir unsererseits hoffen selber, daß wir seinerzeit in unseren Leibern wieder auferstehen und ein ewiges Lebeh führen werden, und daß derjenige, den wir erwarten, das Vorbild und das Beispiel der künftigen Auferstehung sein und an seiner Person zeigen werde, daß bei Gott nichts ünmöglich sei.«1) So hat weder ein pharisäischer noch ein hellenistischer ל Jude jemals gesprochen. Am allerwenigsten aber ein Jude von der Qualität desjenigen bei CelsuS, der die ähnlichen christlichen Glaubenslehren unausgesetzt verhöhnt und verl) Orig. c. Geis. II, 77.

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