Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829843-2829846-2891286--39437-2891344- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Origen 1× ep/1025440
OCR text
Kontroversen zwischen Juden und Christen. 171 haben, der die göttliche Sendung Mosis leugnet, als ein Jude, der sich in der Regel sehr wenig um griechische Geschichte zu kümmern pflegt. — Und wie unüberlegt läßt Celsus seinen Juden sprechen, wenn er ihn die Auferstehung eines entselten Körpers für eine unmögliche Sache halten läßt. So wird kein Jude sprechen!«1) Und Origenes hat recht. So konnte in der Tat ein pharisäischer Jude — und andere Juden scheint, wie gesagt, Origenes nicht zu kennen — niemals von der Auferstehung, von Lohn und Strafe nach dem Tode sprechen. Aber es scheint auch in Wirklichkeit zu Zeiten des Origenes ein hellenistisches Judentum nicht mehr gegeben zu haben, da es vermutlich bereits teils im Christentum, teils im rabbinischen Judentum aufgegangen war. Das war jedoch in den Tagen des Celsus sicherlich noch nicht eingetreten. Zeugnis dessen der Jude des Celsus, noch mehr aber Tryphon und seine Genossen bei Justin Martyr. Überdies erfahren wir von diesem letzteren, daß er eine jüdischhellenistische Partei kennt, deren Logoslehre, so nahe sie der christlichen verwandt, sieh dennoch im entscheidensten Momente von dieser energisch abkehrt. Er spricht nämlich von Juden, die die Bibelstellen, aus welchen die Christen die Gottheit des Messias herauslesen und beweisen wollen, daß der Christ, obgleich eins mit dem Vater, dennoch der Person nach von ihm verschieden, ganz anders auslegen, und zwar dahin: daß die Kraft des Vaters aller Dinge, welche Moses, Abraham, Jakob erschienen, Engel genannt werde, weil sie sich den Menschen zeige, um ihnen Botschaff vom Vater zu bringen; daß sie auch Mann und Mensch heiße, weil sie derartige Gestalten annehme; daß man sie Logos nenne, weil sie sich zur Ansprache Gottes an die Menschen eigne. »Sie behaupten ferner,« so fährt Justin fort, »daß diese Kraft des Vaters unteilbar und untrennbar von ihm sei, wie das Licht der Sonne [) Orig. c. Cels.. II, 55, 55: .. . oüz &v •fap sItcsv 6 ’IouSato? ־czu-ca.