Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 4)
- Language
- German
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Kontroversen zwischen Juden und Christen. 167 eine Reihe mit den ähnlichen griechischen Mythen. Auch er weist auf die Erzählungen von Danae, Melanippe, Auge, Antiope hin1 2 *). »Die alten Fabeln,« sagt er einmal, »welche berichten, daß Perseus, Amphion, Eakus, Minos von Göttern gezeugt worden seien, verdienen keinen Glauben; allein sie sind doch wenigstens nicht aller Wahrscheinlichkeit bar, da sie von ihren Helden große, wunderbare, fast übernatürliche Taten berichten. Was aber hast du Großes, Merkwürdiges und Außerordentliches verrichtet? Bisher nichts l Obgleich die Juden im Tempel sehr darauf drängten, daß du durch ein klares und unzweideutiges Zeichen deine göttliche Herkunft dartun möchtest.«*) »Aber selbst zugegeben,« so fährt er fort, »daß Jesus die ihm nachgerühmten Wunderwerke verrichtet habe, so sind diese nicht besser als die Werke der Zauberer, die stets prahlen, noch größere ausführen zu wollen; oder als die Gaukeleien ägyptischer Wundertäter, die für wenige Obole ihre Wissenschaft auf dem Markte feilbieten, Geister beschwören, Krankheiten wegblasen, Seelen Verstorbener erscheinen lassen . . . Müssen wir darum glauben, daß diese Leute Söhne Gottes, oder sollen wir nicht vielmehr sagen, daß diese Werke Betrügereien gottloser Menschen seien?«8) Je weniger der Jude des Celsus sein Ideal von dem Messias in Jesu verkörpert finden konnte, je weniger er sich mit der eigentlichen Botschaft Jesu befaßte; desto mehr klammerte er sich an die Begleiterscheinungen derselben, an die Legenden von der übernatürlichen Geburt und der Wunderwirksamkeit Jesu, die er durch eine vernichtende Kritik zu zerstören sucht. Freilich beschäftigen ihn diese Dinge bloß darum, weil sie das Um und Auf des Glaubensbekenntnisses der Menge bilden, die in ihnen die eigentliche Bürgschaft für die göttliche Sendung Jesu 1J Orig. c. Gels. I, 37. 2) Das. I, 67. s) Das. I, 68.