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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 2 · p. Seite 166

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 2
Article
Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
Date
1912-01-01
Page
Seite 166 (sequence 3)
Language
German
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166 Die Wortführer des Judentums in den ältesten Ist es nicht erstaunlich, daß er bei seinen Lebzeiten fast niemand recht überzeugen konnte, und daß nach seinem Tode so viele zu seinen Jüngern gemacht werden?*)« Den eigentlichen Stein des Anstoßes bildete das »Ärgernis des Kreuzes.« Bei Tryphon kommt dies noch zu maßvollem, bei dem Juden des Celsus hingegen schon zu vehementem Ausdruck. Ein Mensch, noch mehr, ein ans Kreuz geschlagener Mensch, der zu einem Gott gemacht wird, das schien ihnen eine Blasphemie. Der gesetzesgläubige Diasporajude, selbst wenn ihm die jüdisch-alexandrinische Logoslehre vertraut war, konnte es den Christen nicht vergeben, daß sie den reinen, heiligen Logos, den sie für den Sohn Gottes hielten, in einem gegeißelten, ans Kreuz geschlagenen Menschen inkarniert sein ließen* 2 3). »Und ihr Erzgläubigen,« ruft der Jude bei Celsus seinen ehemaligen Glaubensgenossen zu, »ihr verübelt es uns, daß wir diesen Jesus nicht für einen Gott anerkennen und uns nicht bereden lassen wollen, daß er der Menschen wegen gelitten habe, damit wir gleichfalls alle Leiden und Übel ertragen lernen?«8) Und ferner: »Wann hat sich je ein Gott unter den Menschen gezeigt, ohne Glauben zu finden, insbesondere wenn er bei einem Volke erschienen ist, das schon lange auf seine Ankunft vorbereitet war? Wie ist es möglich gewesen, daß man den nicht gekannt hätte, den man so lange und so sehnsüchtig erwartet hatte?«4) Wie Tryphon, stellt auch der Jude bei Celsus die evangelische Darstellung der jungfräulichen Geburt Jesu in י) Orig. c. Cels.. II, 45. Man”glaubt wahrhaftig, aus dem Juden des Celsus hier und andern Stellen die heutigen christlichen Be- Streiter der Existenz eines historischen Jesus sprechen zu hören. Man lese nur Kalthof und insbesondere das jüngst erschienene Buch ״Die Christusmythe“ Arthur Drews’, des bekannten Schülers Ed. v. Hartmanns. 2) Das. II, 31; 33-38. 3) Das. II, 38, 73. *) Das. II, 75.

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