Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 2)
- Language
- German
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Die Wortführer, des Judentums in den ältesten Kontroversen etc. 165 sich die ganze Welt und. al 1e Völker unterwerfen werde1).« Kein Mensch werde aus dergleichen dunkeln Bildern und Mißverständlichkeiten schließen können, daß Einer ein Sohn. Gottes sei*). — Und auf den Vorwurf der Christen, daß, die Juden Jesum nicht anerkennen wollen, erwidert er: Ist es glaublich, daß wir, die wir zuerst der Welt kund gemacht, Gott werde dereinst einen Richter herabsenden, die Bösen zu strafen, diesen׳ Richter, als er erschien, schimpflich behandelt haben sollten? Was konnte uns bestimmt haben, denjenigen zu beschimpfen und zu beleidigen, dessen Ankunft wir selbst der Welt verkündigt haben? — Wie aber hätten wir einen Menschen als Gott aufnehmen können, der, wie man allgemein sagte, nichts von dem geleistet hat, was er versprochen? Der, nachdem er yon uns verurteilt und für strafwürdig erklärt worden, sich schmählich zu verbergen suchte und selbst von denen verraten wurde, die er seine Jünger nannte? Ziemt es einem Gott, zu flüchten? Darf sich ein Gott gebunden wegführen lassen? Und was das schlimmste, darf ein Gott selbst von jenen verraten und verlassen werden, mit denen er vertrautesten Umgang gepflogen, denen er alle seine Geheimnisse geoffenbart hatte, die ihn für ihren Lehrer und Meister angesehen hatten, ihn sogar den Heiland, den Sohn und Gesandten des höchsten Gottes, nannten? »Diejenigen,« sagt er bei anderer Gelegenheit3), »die während seines Lebens stets um ihn waren, seinen Worten lauschten, ihn als Lehrer und Meister anerkannten, wollten weder mit ihm noch für ihn sterben, als sie sahen, daß er bestraft wurde und das Leben lassen mußte. Sie gedachten nicht der Lehre, daß man keine Pein und Marter des Leibes achten dürfe; ja sie leugneten sogar, daß sie seine Jünger seien; während Ihr heute Lust traget, mit ihm zu sterben. J) Orig. c. Cels. II, 29. ף Das. II, 30. a) Das. II, 8—9.