Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Die Wortfabrer des Jüdentums iü deii ältesten Kontroversen zwischen Men nad Chrisien. Von M. Pseimann. (Schluß;) Wie Tryphon, nur noch schärfer, bekämpft auch der Jude des Celsus die Behauptung der Christen, daß die messianisehen Weissagungen der Propheten sich auf Jesus beziehen und bemüht sich unausgesetzt, sie auf diese Weise ihrer Hauptstütze für die Messianität Jesu zu berauben. »Wie beweisest du denn,« so apostrophiert er Jesum, »daß diese Weissagungen mehr auf dich als auf tausend andere, die nach denselben in die Welt gekommen, zielen? Und Träumer und Phantasten und Betrüger hat es genug in der Welt gegeben, die sich gleichfalls für den Sohn Gottes, der vom Himmel herabgekommen, ausgegeben haben«1). — »Die Welt,« so sagt er ein andermal, »ist voll von Leuten, welche behaupten, daß sie diejenigen seien, auf welche diese Weissagungen sich beziehen, die Jesus verwegen auf sich deute«2). — Er wirft den Christen vor, daß sie sich der Propheten bedienen, vorgebend, diese hätten die Werke Jesu vorher verkündet, und fügt hinzu: es fänden sich unzählige Personen, auf welche sich diese Weissagungen weit besser deuten ließen als auf Jesus. Und wie Tryphon, gibt auch er die im nationalen Judentum allgemein herrschende Vorstellung wieder: »Die Propheten reden von dem, der da kommen soll, als von einem mächtigen und gewaltigen Helden, der *) Orig. c. Cels. I, 50. 3) Das. II, 28.