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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 2 · p. Seite 152

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 2
Article
Lehmann-Haupts Buch über Israel
Date
1912-01-01
Page
Seite 152 (sequence 6)
Language
German
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152 Lehmann-Haupts Buch über Israel. gensatz befindet“ (S. 7 f). Die extravagante Kritik, die der der extremen Orthodoxen nicht nur an Fanatismus nichts nachgibt, sondern von ihr auch gelernt hat, den Qegner, statt ihn wissenschaftlich zu widerlegen, lieber mit Hohn und Spott abzutun, wird diesem' auf archäologischein und assyriolbgischem Gebiete gleich anerk'annten Forscher gegenüber in jener billigen Argumentation sich Zurückhaltung auferlegen müssen. Die stärkste Seite des Lehmann-Hauptschen Buches ist zweifellos seine sinnreiche Pragmatik, die prägnante Art, wie er den historischen Zusammenhang der Handlungen stets ins!Auge: faßt:. So׳ z. B. die Erkenntnis, daß Palästina, welches1 als Hafen Babels und Pforte Ägyptens, der Zankapfel dieser größten •Weltmächte des großen Altertums werden mußte, durch׳ seine geographische Lage zur politischen Unselbständigkeit von vorneherein verurteilt war und als kleines Staatswesen nur unter Duldung! dieser beiden Reiche bestehen konnte, und daß daher, weil eine solche Duldung im allgemeinen nur beim' Niedergang jener beiden Groß- Staaten denkbar war, die Eroberung Palästinas ,und die Gründung des israelitischen Reiches dortselbst, den geschichtlichen Berichten der Bibel und der Hieroglypben entsprechend, nur gegen den Beginn des 13. vorchristlichen Jahrhunderts vor sich gehen konnte. Denn gerade in dieser Periode ist der politische Einfluß sowohl Babels als auch Ägyptens in Palästina nahezu auf den Nullpunkt gesunken. Die Macht der Baby- Ionier und Kossäer war durch die Assyrier um diese Zeit gebrochen, während das emporsteigende Assyrien damals unter Salmanassur I, Tukültininib usw. nach Norden und Osten: soviel Eroberungs- und Verteidigüngskämpfe zu führen hätte, daß es um' das ferne Palästina sich gar nicht kümmerte. Ebenso war "Ägypten damals am Ausgange der 19. Dynastie, unter Pha-

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