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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 2 · p. Seite 151

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 2
Article
Lehmann-Haupts Buch über Israel
Date
1912-01-01
Page
Seite 151 (sequence 5)
Language
German
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151 Lehmann-Haupts Buch über Israel. Religionsgeschichte auf Grund des Inschriftenmäterials zu konstruieren und! die von der Bibelkritik etwa noch stehengelassene Trümmerstücke diesem neuen Gebäude einzuflicken. Unter solchen Umständen ist es mit großer Freude zu begrüßen, d!aß ein auf dem Gebiete der orientafisehen Sprachforschung, wie auf dem1 der alten Oe- Schichtswissenschaft gleich hervorragender Gelehrter, C. F. Lehmann-Haupt es in dankenswertester IW.eise unternommen hat, ״Israels Entwicklung im Rahmen rder Weltgeschichte“ zur Darstellung zu bringen. Als verdienstvoller Assyriologe ist er den Bibelforschern gegenüber dadurch im Vorteile, daß er den andern Assyriologen, die ihre Vermutungen und Hypothesen mit dem inschriftlidhen Originaltext identifizieren, nicht alles vom Munde abzulesen braucht. Als Führer auf dem Gebiete der Altertumsforschung, liest er die Bibel als Historiker und nicht als Zunfttheologe, der seiner Schule nicht widersprechen darf. Wie in der allgemeinen Geschichte, so kennt er auch hier kein Dogma und wagt daher ganz unbefangen die Unfehlbarkeit der höheren biblischen Kritik gelegentlich anzuzweifeln. Er hat sogar den Mut, es auszusprechen, daß ״es in der Natur einer solchen auf die Bekämpfung des Hergebrachten hinaus laufenden kritischen Richtung liegt, daß ihre Anwendung leicht das durch die quellenmäßige1 Sachlage erforderte Maß überschreite,“ und daß ferner ״die Kritik dadurch nicht selten ein subjektives Eiement erhält, das unvermerkt das Urteil beeinflußt und eine Neigung hervorruft, die nicht urkundlichen Übdrlieferungen als unhistörisch1 zu verwerfen, ohne daß oder ehe noch die Abwägung aller vorhandenen Nachrichten ein solches verwerfendes Urteil als Unerläßlich ergeben hat“. Unumwunden erklärt er auch, daß er ״zu dieser radikalen Richtung• sich in einem' bewußten Ge-

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