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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 2 · p. Seite 150

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 2
Article
Lehmann-Haupts Buch über Israel
Date
1912-01-01
Page
Seite 150 (sequence 4)
Language
German
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150 Lehmann-Haupts Buch über Israel. richte der Bibel erhielten die gewünschte Ergänzung, während die meist abrupten inschriftlichen Notizen erst ins richtige Licht gerückt wurden. Die Sachlage hat in den letzten zwei Jahrzehnten ’dadurch1 eine gewaltige Verschiebung erhalten, daß die bibelkritischen Theorien des verflossenen Jahrhunderts inzwischen zur allgemeinen Geltung gelangt sind. Nicht nur die mit großen wissenschaftlichen Kommentaren versehenen, sondern auch die für den Laien berechneten Handbibeln stigmatisieren durch verschiedene Drücktypen die allgemein akzeptierte Quellenscheidung der Bibel im allgemeinen und des Pentateuchs im besondederen. Der Orientalist, der es mit Recht anmaßend finden würde, wenn der Bibelforscher sich' auf das Gebiet der Orientalistik hinauswagen wollte, ohne ihn zu Rate zu ziehen, glaubt, unter Verzicht auf eine eigene Meinung, auch seinerseits die Bibel nur in dem' vom Fachforscher präparierten Zustande verwerten zu düffen. ^Während also die Assyriologen des 19. Jahrhunderts noch eine zusammenhängende biblische Geschichte kannten, stehen dem Orientalisten der Gegenwart aus jeder biblischen Partie lediglich Gruppen von abgerissenen, angeblich aus verschiedenen Perioden herrührenden, abweichende Tendenzen verfolgenden und überdies sich widersprechenden Notizen zur Verfügung, welche quarttitativ nicht viel mehr als die verstreuten inschriftlichen Momente bieten, qualitativ jedoch, ihres widersprechenden Charakters wegen, noch niedriger zu bewerten sind, als jene indirekten, scheinbar unparteiischen inschriftlieben Mitteilungen. Es ist daher vom Standpunkte des Orientalisten nur ganz konsequent, wenn er, als Laie auf dem biblisehen Gebiete, der Führung des Exegeten sich gani anvertrauend, in der Bibel nur kleine, zusammenhanglose Splitter sieht und es daher vor zieht, Israels Volks- und

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