Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 732 (sequence 4)
- Language
- German
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732 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. einer Verbindung mit dem Zentralpunkt der Gesetzeslehre, haben wir ein voligewichtiges Zeugnis für das Ende des neünten Jahrhunderts, woselbst schon in Italien andere Rezensionen der Halachoth des Jehudai Gaon im Umlauf waren, die durch Gefangene erst von dort nach den Euphratländern gebracht worden1). Auch die mehrfach erwähnte Achimaazchronik entwirft uns ein lebhaftes Bild von der regen Beschäftigung mit der Halacha in Süditalien, so besonders auch in Oria, wo es blühende Schulen gab, in denen die geistigen Turniere der Thorabeflissenen stattfanden, und ständige Orte zum Forschen in der Lehre2). Größere Anregungen hat das Studium des Talmud wohl durch den aus Bagdad, dem Sitz der Hochschulen in diese Gegend gekommenen Ahron erfahren, der, in Oria sich niederlassend, dort auch eine Jeschiba gründete und den Quell seiner Weisheit strömen ließ3). Daß wir aber in diesem von Achimaaz als mit übernatürlicher Kraft ausgerüsteten Wundertäter, der S. 125 genannten Kinderlehrer Mose mit dem vielfach zitierten Mose aus Pavia identifizieren. Hiergegen spricht aber erstens die chronologische Unmöglichkeit, da letzterer, nach Halberstam bei Kohut, Aruch completum, S. XXXVIII, dem elften, ersterer aber■-dem zehnten Jahrhundert an gehört, und zweitens der Umstand, daß ein Kinderlehrer unmöglich später solche Bedeutung erlangt haben kann. *) Vgl. hierzu Epsteiu's Abhandlung über die Halachoth Ge doloth in Hagoren III, s. 64: הוו יודעין שהלכות אלו של מר רב יהודאי הל לית חזינ, בבבל ביומוי דר׳ יהודה אלא בתריה כשיעור מאד, שנין אייתינון שבואין לבבל; ferner ebendort: אי נמי אינש אחרינא כתב בשמיה אחר ק׳ שנים אחר שבאו מבבל לאדום. Es handelt sich hier nicht um Raubzüge, wie Epstein meint, sondern um die gegen Ende des 9. Jahrhunderts beginnenden Einfälle in Süditalien, zumal unter אדום nur Italien — Rom zu verstellen ist, während Griechenland bei Hai mit יון bezeichnet־ wird; vgl. T’sehuboth ha-Geomm, ed. Harkavy Nr. 125, S. 105: היונים התלמידים המצויין לפנינו מן קצטנטינא. 2) Vgl. Neubauer a, a. O-, S. 114, Z. 16 ff. Man beachte auch hier den Ausdruck ומדרשות קבועים, der an dieselben Wendungen in Scherira’s Sendschreiben und Chuschiel’s Brief an Schemarja erinnert. 8) Vgl. a. a. O., S. 112, Z. 11 ff. und S. 114, Z. 22 ff. und Kaufmann a. a. O., S. 465 ff.