Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 733 (sequence 5)
- Language
- German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 733 nach kurzem Verweilen in Italien, und zwar zuletzt in Bari, wieder in die Heimat eilte, den nach Scherira’s Bericht übergangenen Gaonatsprätendenten Ahron oder Abü Ahron wiederfinden können, den die Traditionarier mit Mose ben Kaonymos in Verbindung bringen, ist schon durch den beträchtlichen Zeitunterschied von ca. 50 Jahren ausgeschlossen1), wenn auch der Gast aus Babylonien als ראש ואב bezeichnet wird2). Immerhin fand dieser in Süditalien, wo die Beschäftigung mit der Mystik eine Stätte hatte und eine große Empfänglichkeit für übernatürliche Vorgänge, wie für Astrologie, herrschte, einen geeigneten Boden. Auf diesem er״ wuchsen nun zunächst Geistesprodukte wie der Jezirakommentar des Sabbatai Donnolo, der beredtes Zeugnis ablegt von den in diesem Lande eifrig betriebenen Studien. Insofern nun eine Beschäftigung mit den im Jezirabuch niedergelegten Problemen Anlaß zu mancher mit der Ge- ף Vgl. Neubauer in REJ. XXIII, S. 230 ff. 2) Es ist fraglich, ob Achimaaz, der nur eine ganz vage Kenntnis von den Zuständen in Babylonien gehabt haben dürfte, — vgl. Kaufmann a. a, O., S. 471 oben — hier überhaupt אב im Sinne von אב בית דין dem präsumtiven Nachfolger im Gaonat, und nicht vielmehr nur musivisch gebraucht hat. — Zur Sache selbst vergleiche noch Halevy a. a, O., S. 238, der gegen die Verbindung des Abu Ahron mit Mose ben Kalonymos den triftigen Grund anführt, daß, wenn man ersterem den Joseph ben Abba gerade wegen seiner großen Meisterschaft in den Künsten der Mystik vorgezogen hätte, man ihn doch wiederum nicht zum Vater der Mysterien stempeln könne, uud seien es auch nur die .סודרת התפלד. Vgl. übrigens auch Epstein in Hachoker II, S. 10 fgg. und Groß in Monatsschrift 1906, S. 696, Anm. 1. — Noch möchte ich darauf hinweisen, daß auch in der Familie der Kalonymiden der Name Chananael mehrfach vorkommt,• vgl. auch Zunz GV.2 S. 378, Anm. a. Ob nicht, da wir einen Zweig dieses Geschlechtes in Rom finden, eine Verbindung zwischen ihm und der Achimaazfamilie stattgefunden hat, zumal wir einen Kalonymos um das Jahr 988 in Begleitung Otto’s III in Süditalien finden? Andrerseits geht auch aus der Responsenliste JQR. XVIII, S. 428 hervor, daß noch im letzten Drittel des 10. Jahrhunderts Angehörige dieser Familie in Lucca wohnten.