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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 6 · p. Seite 727

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 6
Article
Die Ethik R. Saadjas
Date
1911-01-01
Page
Seite 727 (sequence 15)
Language
German
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Die Ethik R. Saadjas. 727 und Saadja hatte insofern Recht, den Zustand und das Verhalten des Menschen oben nach ästhetischer Schätzung zu beurteilen, als das Gute ja in dem richtigen Maß und Verhältnis besteht, das zwischen seinen Bestandteilen obwalten muß. Diese Bestandteile sind aber eben die dem Verhalten des Menschen zu Grunde liegenden oder es beeinflussenden Triebe, Neigungen und Eigenschaften3). Das Gute liegt also gewissermaßen in der glücklichen Harmonie des ganzen Menschen. Wird diese Harmonie durch einseitige Berücksichtigung einer Neigung gestört, so wird auch das Gute unvollkommen und mangelhaft2). Eine solche Bestimmung des Guten, die das letztere nur in dem riehtigen Verhältnisse sieht, das zwischen den einzelnen Neigungen und Abneigungen der Seele herrschen müsse, führt aber notwendig zu einer Ethik, die den Schwerpunkt des sittlichen Ideals nur in dem schön und richtig geordneten Verhältnis des Menschen zu sich selbst oder der einzelnen Teile seines Wesens zu einander finden kann. Eine solche Ethik ist denn auch die philosophische Ethik Saadjas im zehnten Abschnitt tatsächlich. Sie fragt wohl nach der besten Art des Handelns, sie versteht aber darunter nicht die Frage, wie das handelnde Subjekt das Gute nach außen hin tun, oder wie es ein Gutes außerhalb seiner eigenen Interessensphäre bewirken solle, sondern wie und durch welche Art und Weise der Tätigkeit der Gesamtzustand ויהיה . . . כאלו שקלם במשקלו . . . וכאשר יעשה כן יד,יו בל עגיניו שוים ומתוקנים אהבה (* Liebe und שנאה Haß sind für Saadja Kollektivbegriffe, sie umfassen die vielen Triebe und Neigungen, die von dem unteren und oberen BegehrungsvermÖgen ausgehen. Jede Neigung wird מדה genannt. Als ethische Hauptregel stellt Saadja deshalb auf: שיהיה האדם מושל במדותיו, ושליט במה שיאהבו וישנאהו X, S. 145. ף Emunot X, s. 146 ... וכל אחד מעיות מהתקן, מקטר מהשלם. אבל בהתחברותם לא "היה חסיון כי אם שלמות ותטימות. Als »vollkommen« gilt bei Saadja al es, was weder zu viel noch zu wenig enthält: כי הדבר הוא אשר אין בו לא תוססת ולא חסרון das. III, S. 73.

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