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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 6 · p. Seite 726

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 6
Article
Die Ethik R. Saadjas
Date
1911-01-01
Page
Seite 726 (sequence 14)
Language
German
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726 Die Ethik R. Saadjas. halten des Menschen bezeichnet, den die Vernunft eben als gut erkennt, so liegt auch in dem synonymen Begriff יושר, den wir oben mit Rechtlichkeit übersetzt haben, ein Verhalten, und zwar das rechte Verhalten ausgedrückt Saadja benützt ohne Ausnahme das Verbum dieses Begriffes in der Bedeutung »ein richtiges Verhalten lehren«* 1). Wenn nun ein richtiges Verhalten der Vernunft als »schön«, also als ein für sich Wertvolles gilt, so wird sie auch darnach streben, dem Menschen eine solche sittliche Konstitution zu geben, die unter allen Umständen den Vorzug verdient und den Menschen in jeder seiner Natur entsprechenden Beziehung glücklich sein läßt• Denn das Glück, d. h. das Wohlbefinden, bleibt auch für Saadja der Angelpunkt alles menschlichen Strebens. Nach diesem Gesichtspunkte ist die philosophische Ethik Saadjas im zehnten Abschnitt, die das gesuchte Gut nicht in einem einfachen Objekt findet, angelegt und so allein ist sie erst richtig zu verstehen. Das Gute wird dort überhaupt nicht in Objekten gesucht, sondern in der harmonischen Vereinigung aller das innere Leben des Menschen konstituierenden Elemente2 * * * * * 8), *) Wir verweisen auf Em. S. 3 (siehe S. 724 Anm. 5); das. UI S. 60 •unten: ... ולחבב לבני אדם הדרך הישר בדי שיגיעו אל מעלות, ושישתדל להישיר בני אדם . .; das. V, S. 87: לבעבור יתישרו בו רבים מבני אדם• Bemerkenswert in III, S. 60 ist der Ausdruck דרך הישרה; bei Saadja ist es der Weg, das Verhalten, auf dem man z4 Vorzügen gelangt, מעלה bedeutet wie מדרגה V, S. 85 ff. sittliche stufe. דרך הישרה als ethisches Maß findet sich in der jüdischen Literatur häufig: Abot II, 1 u. 9 ,11 דרך הטובה; Gabirol, Tikkun Middot ha-Nefescb, ed. Luneville, V, 3; Maimonides, Hiichot Deot I, 3—6. Bachja, Herzenspflichten, ed. Leipzig, 1846. VIII, 3 p. 385, IX, 3 p. 407, 408 hat statt הדרך הישרה immer הד׳ השוה, es bedeutet das aristotd. Mittelmaß welches von fast allen jüd. Religionsphilosophen angenommen wurde. Vgl. Juda Halewi, Kusari, ed. Leipzig, 1853, II, 50 Anfang; Abraham Ihn Daud; vgl. Rosin, Ethik d. Maimonides, S. 24; ganz besonders Maimonides Hilchot Deot I, 4 ff. 8) Emunot X, S. 144: ...האדם לא יתנהג כל ימיו במדד. אי ...כן מהתקבצות מהות האדם באהבה ושנאה על רב ומעט, ישלם לו תקון עניניו..•

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